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Wohngeld : Mietzuschuss vom Staat für 3000 Bürger

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Durch Gesetzesnovelle haben seit Anfang 2016 mehr Menschen Anspruch auf die Leistung

Neumünster | 1335 Geringverdiener-Haushalte in Neumünster mit etwa 3000 Menschen erhielten zum Stichtag 31. Dezember 2016 Wohngeld. Das geht aus den Daten des Statistischen Landesamt hervor und des aktuellen Sozialberichts der Stadt hervor und bedeutet gegenüber 2015 eine deutliche Steigerung um 41 Prozent.

Der Grund dafür ist eine Gesetzesänderung, die zum Jahresbeginn 2016 die Bemessungs- und Einkommensgrenzen für diesen „Mietzuschuss vom Staat“ erstmals nach 2009 wieder an die Preisentwicklung anpasste und so den Kreis der Wohngeld-Berechtigten deutlich erhöhte.

„Die Fallzahlen haben sich aber nicht so erhöht, wie der Bund das prognostiziert hat – jedenfalls nicht in Neumünster“, sagte Holger Pohlmann, der Fachdienstleiter Soziale Hilfen. Er hat auch eine mögliche Erklärung dafür. „Das Jobcenter in Neumünster war schon immer sehr bemüht, vorrangige Ansprüche wie Wohngeld durchzusetzen“, so Pohlmann.

Wohngeld geht vor Hartz IV, das heißt: Die Bezieher von Leistungen wie Hartz IV oder Grundsicherung im Alter haben keinen Anspruch auf Wohngeld. Bei ihnen übernimmt der Staat (oder vielmehr großteils die Stadt) aber auch die Kosten der Wohnung komplett.

Da das Wohngeld je zur Hälfte von Bund und Land gezahlt wird, die Wohnkosten bei Hartz IV aber überwiegend von der Stadt, gab es die Hoffnung, dass durch die Wohngeld-Novelle Menschen aus Hartz IV herausfallen und die Stadt so Kosten sparen kann. Doch das hat sich offenbar so nicht erfüllt.

Jobcenter-Leiter Thorsten Hippe bestätigte die gute Kooperation mit der Stadt beim Thema Wohngeld. „Wir achten darauf, dass vorrangige Ansprüche geltend gemacht werden und haben etwa 210 Haushalte angeschrieben, prüfen zu lassen, ob sie Anspruch auf Wohngeld haben“, sagte Hippe. Die Zahl der Hartz-IV-Haushalte sei aber seit Dezember 2015 nahezu unverändert geblieben. Aus Sicht des Jobcenters brachte die Novelle daher „keine umwälzende Veränderung“, so Hippe.

Auch die Stadt hat reagiert und die zuvor aufgestockte Zahl an Sachbearbeitern in der Wohngeldstelle inzwischen wieder reduziert. Seit Mai leitet Andrea Otto die Wohngeldstelle, die seit einiger Zeit nicht mehr in den Rathaus-Arkaden, sondern im 1. Stock des Neuen Rathauses zu finden ist.

Die Höhe des Wohngeldes richte sich nach der Höhe des Einkommens, der Miete und der Zahl der Haushaltsmitglieder. Das Wohngeld gibt es nicht nur als Zuschuss zur Miete, sondern als sogenannten Lastenzuschuss auch für Haus- oder Wohnungseigentümer. Knapp 100 Neumünsteraner bezogen auf diese Wohngeld. Andrea Otto: „Das sind oftmals verwitwete Frauen oder Männer, bei denen Rente oder Einkommen nicht ausreichen.“

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erstellt am 12.Jul.2017 | 07:59 Uhr

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