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In der Nacht auf dem Friedhof : Metalldiebe schraubten 150 Wasserhähne ab

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Friedhof bleibt vorerst ohne Wasser. Besucher werden gebeten, zum Totensonntag das Gießwasser mitzubringen

von
erstellt am 19.Nov.2014 | 06:30 Uhr

Neumünster | „Wer macht so etwas?“ Manfred Küster, Vorarbeiter auf den kirchlichen Friedhöfen, kann seinen Zorn auch am Morgen danach nur schwer zügeln. An Kupferdiebstähle jeglicher Art habe man sich ja fast schon gewöhnt, sagt er, aber das hier habe eine neue Qualität!

Rund 150 Wasserhähne haben bislang unbekannte Diebe in der Nacht zu gestern auf dem gesamten Gelände des Nord- und Südfriedhofs an der Plöner Straße abgeschraubt und gestohlen. Und das, obwohl auf den Leitungen noch voller Wasserdruck stand: Die Diebe müssen bei der rabiaten Demontage ordentlich nass geworden sein. Zahlreiche Wege und Gräber standen bis gestern Morgen noch unter Wasser, bis die Stadtwerke das Wasser abdrehten.

Den materiellen Schaden bezifferte die Polizei gestern nur auf etwa 900 Euro. Tatsächlich geht er für den Friedhof jedoch weit über den Wiederbeschaffungswert der Wasserhähne hinaus. Es werde einige Zeit dauern, bis alle Leitungsanschlüsse repariert und wieder installiert sind, hieß es aus der Friedhofsverwaltung.

Aus deren Sicht ist es besonders ärgerlich: Schon einmal, vor zwei Jahren, hatten es bis heute unbekannte Diebe auf die eisernen Zapfhähne neben den Grabfeldern abgesehen. Damals entkamen sie mit rund 250 von insgesamt gut 300 Wasserhähnen. Als Konsequenz hatte die Friedhofsverwaltung im vergangenen Jahr das Wasser unmittelbar nach Totensonntag abgestellt und zur Sicherheit anschließend sämtliche Wasserhähne demontiert und eingelagert. Diesmal sind ihr die Diebe zuvorgekommen!

Die Friedhofsverwaltung bittet Besucher daher um Verständnis, dass sie die Wasserhähne für die wenigen Tage bis zum Totensonntag nicht wieder installieren wird und das Wasser abgestellt bleibt. Wer am Totensonntag – einem der besucherstärksten Tage an der Plöner Straße – Blumen auf einem Grab ablegen möchte, wird gebeten, das Gießwasser mitzubringen. Auch die übrigen Wasserhähne sollen jetzt wieder über Winter eingelagert werden.

Weil rund 150 Wasserhähne auch einiges an Gewicht aufbringen, vermutet Manfred Küster, dass es mehrere Diebe geben muss, die ihre Beute mit einer Karre oder ähnlichem abtransportiert haben. Die Größe der morgendlichen Wasserflächen spricht außerdem dafür, dass die Diebe in den frühen Morgenstunden gekommen sein müssen.

Hinweise erbittet die Polizei unter Tel. 94 50.

 

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