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Gerichtsbericht : Messerstiche im Auto: Im Prozess hatte die Rechtsmedizinerin das Wort

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die schweren Verletzungen des Opfers waren gestern Schwerpunkt im Prozess vor dem Kieler Landgericht.

Neumünster | Die schweren Verletzungen des Opfers waren gestern Schwerpunkt im Prozess vor dem Kieler Landgericht. Ein Mann (43) muss sich dort seit Mitte Januar wegen versuchten Mordes verantworten. Er soll am 18. Juni vergangenen Jahres gegen 23.45 Uhr seine ehemalige Lebensgefährtin (37) in ihrem Auto mit einem Messer angegriffen haben, als sie an der Wasbeker Straße gerade parkte (der Courier berichtete).

Gestern hatte eine Rechtsmedizinerin das Wort, die die Frau wenige Stunden nach der Bluttat auf der Intensivstation begutachtet hatte. Detailliert zählte die Sachverständige Schnitt- und Stichverletzungen auf und spiegelte dadurch gleichzeitig eindrucksvoll den verzweifelten Kampf wieder, den die Frau auf dem Fahrersitz damals gegen ihren Angreifer geführt haben muss. Von Schnitten und Stichen an der linken Wange, am Hals, an der Schulter, im Bauchbereich und am Oberschenkel war die Rede.

Nicht alle Verletzungen waren tief. Doch ein Bauchstich reichte bis in den Bereich des Darms. Auch die Blase wurde offenbar leicht getroffen. Im Gesicht nahm die mimische Muskulatur Schaden. An einem Finger wurde eine Sehne verletzt. Einige blutige Blessuren an den Händen wertete die Rechtsmedizinerin als „typische Verletzungen, die entstehen, wenn man sich schützt“. Durch die Stiche und Schnitte kam es laut Expertin „zu einem höheren Blutverlust“. „Auch wenn die junge und ansonsten gesunde Patientin vom Kreislauf her stabil blieb, kann man vom Vorliegen einer potenziellen Lebensgefahr ausgehen“, erläuterte sie weiter.

Auch den Angeklagten hatte die Rechtsmedizinerin kurz nach der Bluttat begutachtet. Er hatte eine Schnittwunde am Daumen, die möglicherweise entstand, als er mit dem Messer abrutschte. Eine Schürfwunde am Kopf könne durch Anstoßen im engen Auto verursacht worden sein. Zahlreiche Kratzer auf der Haut seien eventuell durch die Fingernägel des Opfers entstanden, als es sich wehrte. Der Patientin auf der Intensivstation war ein Daumennagel frisch abgebrochen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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erstellt am 07.Mär.2016 | 09:42 Uhr

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