Neumünster : Messerstecherei an der Gaststätte „Titanic“: Übrig blieb eine Geldstrafe

Vor der Gaststätte „Titanic“ gab es im August 2016 eine Messerstecherei, in die der Angeklagte verwickelt gewesen sein soll. In diesem Anklagepunkt wurde er jedoch frei gesprochen.
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Vor der Gaststätte „Titanic“ gab es im August 2016 eine Messerstecherei, in die der Angeklagte verwickelt gewesen sein soll. In diesem Anklagepunkt wurde er jedoch frei gesprochen.

Der Prozess drehte sich um eine Messerstecherei an der Gaststätte „Titanic“, illegalen Waffenbesitz und Drogenhandel.

shz.de von
09. Januar 2018, 09:00 Uhr

Neumünster | Zweimal Freispruch und eine Geldstrafe von 800 Euro: So lautete das Urteil gegen einen 30-jährigen Angeklagten, der wegen gefährlicher Körperverletzung, illegalen Waffenbesitzes und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz vor dem Schöffengericht stand. Bereits bei Prozessauftakt Mitte Dezember gestaltete sich die Aufklärung schwierig. Der Neumünsteraner war wegen einer Reihe an Punkten angeklagt. Übrig blieben bei der Fortsetzungsverhandlung am Montag drei.

Der erste Punkt betraf eine gefährliche Körperverletzung: Nach einem Streit in der Gaststätte Titanic an der Wippendorfstraße soll der Angeklagte am 20. August 2016 einem anderen Mann ein Messer in den Bauch gestochen haben. Der Verletzte (27) konnte sich beim Prozessauftakt nicht mehr an Details erinnern. Und auch der Sohn des Gaststätten-Inhabers (42) konnte bei Gericht keine genauen Angaben zum Tathergang machen, da er seine Informationen von Dritten gehört hatte. „Der Angeklagte ist ruhig, bisher gab es mit ihm keinen Ärger“, erklärte der Zeuge. Staatsanwaltschaft und Verteidigung plädierten einstimmig für Freispruch, „weil nicht auszuschließen ist, dass der Zeuge meinen Mandanten nur aufgrund einer Recherche des Facebook-Profils erkannt haben will“, argumentierte der Verteidiger.

Ebenfalls auf Freispruch plädierten beide Parteien im zweiten Anklagepunkt, dem illegalen Waffenbesitz. Bei dem Angeklagten wurde am 14. April 2016 eine halbautomatische Kurzwaffe in dessen Reisetasche gefunden. Er hatte mit drei weiteren Männern in Plau am See (Mecklenburg-Vorpommern) einen Autounfall. Die Krankenschwester, die seine Wertsachen sichern sollte, entdeckte die Waffe. Der Angeklagte hatte am ersten Verhandlungstag angegeben, weder Waffe noch Munition zu kennen, und mutmaßte, dass jemand anderes sich dort seiner Waffe entledigt hätte.

Der Besitzer des Wagens sollte am Montag vor Gericht vorgeführt werden, ließ aber über seinen Anwalt mitteilen, dass er die Aussage verweigere. Die beiden anderen 34 und 47 Jahre alten Mitfahrer gaben an, dass alle vier Insassen von Nortorf nach Tschechien reisen wollten. Weder von dem Gepäck noch von der Schusswaffe wollen die beiden aber etwas gewusst haben.

Einig waren sich auch alle Seiten über das Strafmaß wegen Drogenhandels. Der Angeklagte gestand, am 26. September 2016 13 Tüten Marihuana in Rencks Park gehandelt zu haben. Bei ihm zu Hause wurden weitere 14 Tüten gefunden. „Ich nehme Marihuana zur Beruhigung“, erklärte der Neumünsteraner. Staatsanwaltschaft und Verteidigung forderten eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu 10 Euro, die mit mindestens 30 Euro pro Monat abbezahlt werden müssen. Der Richter kam in allen drei Punkten den Forderungen nach. Staatsanwaltschaft und Verteidigung verzichteten auf weitere Rechtsmittel.

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