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Holsteinischer Courier

17. August 2017 | 17:48 Uhr

Vor Gericht : Messerattacke vor der Sparkasse

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Messerstecher vom Kuhberg muss für drei Jahre ins Gefängnis.

Neumünster | Das war knapp. Mit einem einzigen Messerstich in die Brust war Jonas E. (17) in der Nacht vom 24. auf den 25. Mai auf dem Kuhberg vor der Sparkasse niedergestreckt worden. Erst nach einer Notoperation und zwei Tagen Intensivstation stabilisierte sich seine Lage. Jonas überlebte.

Der Täter, ein 37-jähriger Mann aus Aserbaidschan, wurde für den lebensgefährlichen Angriff gestern vom Schöffengericht zu drei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Obwohl der Mann zur Sache schwieg, hielt ihn das Gericht nach fast achtstündiger Verhandlung für überführt. Besonders tragisch: Der Mann hatte sein Opfer offenbar aus völlig nichtigem Anlass attackiert, für Jonas E. kam die Sache aus heiterem Himmel.

Was war passiert? Das spätere Opfer hatte an diesem Abend mit Freunden Geburtstag gefeiert und war dann in der lauen Mainacht mit der Clique noch in Rencks Park gezogen. Dort kamen die jungen Leute mit zwei Männern ins Gespräch. Einer von ihnen, der spätere Messerstecher, versuchte offenbar, sich anzubiedern.

Übereinstimmend sagten die jungen Leute aus, sie hätten den 37-Jährigen als aufdringlich empfunden, ganz offensichtlich habe er Anschluss gesucht. Um nicht anzuecken, versuchten sich einige aus der Gruppe in Smalltalk. Einer allerdings verweigerte dem fremden, offensichtlich stark angetrunkenen Mann den Handschlag zum Abschied. Weil er „unsympathisch und betrunken war“, wie der Zeuge vor Gericht begründete.

Ein schwerer Fehler, wie sich herausstellen sollte. Offensichtlich war der Aserbaidschaner schwer gekränkt. Gegenüber Dritten kündigte er noch vor Ort in Rencks Park an, dass er die Jugendlichen „fertig machen“ werde.

Als die junge Clique weiterzog , folgte er ihr. Als der ältere Bruder des Opfers in der Sparkasse am Kuhberg Geld ziehen wollte, ging der Gekränkte zum Angriff über, stürzte sich auf Jonas E. und stach ihm mit einem Messer in die Brust.

Der 17-Jährige registrierte das zunächst nur als kräftigen Schlag. Als er weiterging, brach er zusammen. Der Stich hatte ihm eine Rippe gebrochen, das Messer hatte ihm die Milz angerissen. Jonas eigener Bruder leistete Erste Hilfe, nicht ausgeschlossen, dass er ihm das Leben gerettet hat.

Als besonders belastend wertete die Staatsanwältin die einschlägige Vorstrafe des Täters. Erst vor einem Jahr hatte der Mann bei einem ähnlichen Wutanfall ebenfalls aus heiterem Himmel einen wildfremden Menschen mit einem Messer ins Bein gestochen. Damals kam er mit Bewährung davon.

Die Staatsanwältin forderte dreieinhalb Jahre Haft. Auf Antrag der Nebenklage sprach das Gericht Jonas E. 5000 Euro Schmerzensgeld zu.

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erstellt am 18.Nov.2014 | 05:30 Uhr

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