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Besuch der Kanzlerin : Merkel war „eindrucksvoll“ und „lebhaft“

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Am Sonnabend besuchte Angela Merkel den CDU-Landesparteitag in der Holstenhalle. Auch Neumünsteraner verschafften sich einen Eindruck.

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2017 | 06:00 Uhr

Neumünster | Erst vor drei Monaten war Kanzlerin Angela Merkel zur Regionalkonferenz der CDU in Neumünster. Am vergangenen Sonnabend kam sie erneut in die Holstenhalle, diesmal zum Landesparteitag der CDU. Dort sprach sie vor rund 240 Delegierten – auch viele Neumünsteraner konnten die Kanzlerin hautnah erleben.

Die Sicherheitsvorkehrungen waren hoch. Jeder, der in die Halle wollte, musste zunächst durch ein Spalier von Sicherheitskräften gehen und gegebenenfalls mitgeführte Taschen vorzeigen. Kurz vor 12 Uhr unterbrach erste Unruhe die Reden. „Angela Merkel ist jeden Augenblick hier“, kündigte der Bundestagsabgeordnete Dr. Johann Wadephul an. Manch Anwesender in Halle 5 drehte sich immer mal wieder erwartungsvoll zum Eingang, Kamerateams gingen in Position, Fotografen checkten ein letztes Mal ihre Ausrüstung. Dann hallte laute Musik aus den Lautsprechern – und die Bundeskanzlerin betrat abgeschirmt durch Beamte des Bundeskriminalamtes die Halle. Die Christdemokraten hielt es jetzt nicht mehr auf ihren Plätzen. Mit rhythmischem Applaus zur Musik begleiteten sie die Kanzlerin zur Bühne. Ein wenig erinnerte die Szene an den Gang eines Boxers, bevor er zum Kampf in den Ring steigt. „Ich freue mich, wieder mal in Neumünster zu sein“, sagte Merkel.

In ihrer Rede gab sie sich kämpferisch. „Von einer schönen Natur und frischer Luft kann man nicht leben“, betonte sie und warb für ihre Partei, die zahlreiche Verbesserungen in punkto Bildung, Sicherheit, Infrastruktur und Wirtschaft auf ihrer Agenda hat. Bei den Zuhörern kam sie damit gut an.

„Sie war einfach spitzenmäßig. Es ist erstaunlich, wie sie hier nach schweren Auslandsbesuchen in der Türkei und auf Malta aufgetreten ist. Ihre Rede hat wirklich Mut gemacht“, resümierte Peter-Harry Carstensen, ehemaliger Ministerpräsident Schleswig-Holsteins. Das empfanden auch andere Parteifreunde: „Es ist beeindruckend, dass sie unser Programm praktisch 1 zu 1 aufgenommen und sich klar positioniert hat. Sie weiß genau, wo unsere Schwerpunkte liegen. Besonders fantastisch ist, dass sie ihre Menschlichkeit nie verloren hat“, fasste Angelika Volquartz, ehemalige Kieler Oberbürgermeisterin, zusammen. Auch bei Neumünsteraner Christdemokraten kam die Kanzlerin gut an. Erhard Christian Schättiger empfand ihre Rede als „eindrucksvoll und motivierend. „Es ist erstaunlich, dass sie wirklich Bescheid weiß über die Gegebenheiten in unserem Land“, sagte er. Babett Schwede-Oldehus überzeugte der kämpferische Ton. „Ihre Rede war toll und lebhaft. Ich sehe sie gerne live, dann springt der Funke jedesmal über“, beschrieb sie ihre Empfindung. Ihr habe nichts in der Rede gefehlt. Zum Beispiel Martin Schulz, den von der SPD ins Rennen geschickte Bundeskanzlerkandidat, hatte Merkel gar nicht erwähnt. „Es ist noch zu früh. Sie wird zu gegebener Zeit mit den richtigen Argumenten dagegenhalten“, war sich Schwede-Oldehus sicher.

Als eine der wenigen Nicht-Christdemokraten war Michelle Kirchmayer in der Halle. Sie arbeitete dort als Kellnerin während der Veranstaltung und brachte der Bundeskanzlerin ganz selbstverständlich ein Glas Wasser ans Rednerpult. Die Rede der großen Politikerin fand sie überzeugend. „Die Bemühungen der CDU, unter anderem das Turbo-Abi wieder abschaffen zu wollen, ist meiner Meinung nach unterstützenswert“, sagte die junge Frau.

Nach ihrer knapp einstündigen Rede ließ sich die Kanzlerin feiern. Der Applaus wollte kaum enden und wurde letztendlich von Daniel Günther unterbrochen. „Den restlichen Applaus sparen wir uns auf für den Abend nach dem Wahlsieg“, sagte die Kanzlerin zuversichtlich. Dann ging sie von der Bühne und verließ die Holstenhalle ebenso schnell, wie sie sie betreten hatte.

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