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Grossenaspe : Mensch und Wolf sollen vertraut werden

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wildpark Eekholt: Jetzt ist die Wolfsmeile komplett.

Grossenaspe | Im Wildpark Eekholt wurde gestern der zweite Bauabschnitt der Wolfsmeile offiziell eingeweiht. Damit ist das Projekt fertiggestellt. Das schleswig-holsteinische Wolfszentrum im Wildtierpark will so mit Informationen die Diskussionen um die Wiedereinbürgerung des Wolfs im Land versachlichen. Und das scheint dringend notwendig, denn nach den Berichten über einen auffälligen Wolf im Segeberger Forst (der Courier berichtete) steht das Telefon beim Leiter des Parks, Wolf-Gunthram Freiherr von Schenck, und seinen Kollegen nicht mehr still.

„Hier wollen wir demonstrieren, wie Wölfe und Menschen möglichst konfliktfrei zusammen leben können und auch, wie Nutztierhalter sich auf Begegnungen mit dem Wolf einstellen können“, sagt von Schenck. Auch weil sich so viele Märchen und Mythen um „Meister Isegrim“ ranken, soll die Wolfsmeile die Besucher des Parks anhand von Informationstafeln, Wissensrätseln und spielerischen Erlebnissen mit dem scheuen Wildtier in vielfältiger Weise vertraut machen. Und in zwei neuen Schaupavillons am Gehege der Eekholter Wölfe Alexander, Janosch und Lena gibt es jede Menge interaktive Möglichkeiten, sich den scheuen Tieren zumindest im Wissen um ihre Lebensräume und -weise zu nähern.

Rund 152 000 Euro kostete das neue Angebot. Aufgebracht wurde die stolze Summe von Sponsoren und Unterstützern, zu denen unter anderem auch der Förderungsverein Wildpark Eekholt und die Bingo-Umweltlotterie gehören.

Nachdem im Segeberger Raum ein Wolf gesichtet und einer bei Bordesholm überfahren wurde, melden sich viele Menschen im Wildpark. „Die einen wollen sich über das Thema Wolf informieren. Andere erkundigen sich, ob sie als Spaziergänger im Wald Gefahr laufen, dem Wolf zu begegnen“, erzählt der Wolfsspezialist. „Über das Tier selbst können wir jedoch noch nicht viel sagen. Die Ergebnisse der DNA-Untersuchungen liegen noch nicht vor. Deshalb gilt es zunächst weiter abzuwarten“, erklärt er.

„Jeden Tag erreichen uns Anrufe mit vielen Fragen. Und so mancher will auch einen Wolf gesehen haben. Die Wolfsbetreuer haben im Moment alle Hände voll zu tun, um jedem Hinweis nachzugehen“, berichtete auch die Leiterin der Wildparkschule, Ute Kröger. „Wir fahren raus, sprechen mit den Leuten und nehmen Spuren auf. Außerdem beraten wir die Nutztierhalter, wie sie ihre Herden schützen können“, erklärte dazu Jens Matzen, der als einer der landesweit 38 ehrenamtlichen Wolfsbetreuer zurzeit ständig im Einsatz ist.

Die Reaktionen auf die Anwesenheit des Wolfes teilten sich dabei in drei Lager. „Totale Ablehnung ist eine Haltung. Es gibt jedoch auch viele, die einfach bereit sind, ihn zu tolerieren. Und in der dritten Gruppe finden sich diejenigen, die es freut, dass der Wolf nach annähernd 200 Jahren ins Land zurückgekehrt ist“, erzählt der beruflich als Forstwirt in der Holsteinischen Schweiz tätige Betreuer. Er selbst beschäftige sich seit 20 Jahren mit dem Wolf. „Doch in freier Wildbahn selbst gesehen habe ich ein Tier nur zwei Mal“, sagte er. Und Gunthram von Schenck hält den Angriff eines Wolfs auf einen Menschen für praktisch ausgeschlossen. „Die Gefahr, von einem Wildschwein attackiert zu werden, ist erheblich größer“, sagt er.  




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