Konzert in Neumünster : Melodisches Dankeschön

Schmissig, melodiös, präzise – und hübsch anzusehen: Mit einem erfrischenden Melodienreigen unterhielt der Mädchen-Musikzug sein Publikum .
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Schmissig, melodiös, präzise – und hübsch anzusehen: Mit einem erfrischenden Melodienreigen unterhielt der Mädchen-Musikzug sein Publikum .

Beim Muttertagskonzert des Mädchen-Musikzuges gab es Märsche, Schlager und Kulthits / Ehrungen für langjährige Mitglieder

shz.de von
15. Mai 2018, 12:00 Uhr

Neumünster | „L is for the way you look at me...“: Mit seiner ersten Gesangseinlage des Nachmittags verkündete Hans-Georg Wolos das Motto – „Love“ von Bert Kaempfert bedeutete: „Wir lieben alle Mütter“, sagte der singende Dirigent des Mädchen-Musikzuges schmunzelnd. 340 Besucher – viele von ihnen Mütter und Großmütter – genossen am Sonntag den bunten Melodien-Reigen beim Muttertagskonzert im Foyer der Stadthalle.

Nach der zackigen Eröffnung mit dem Fliegermarsch, den das Orchester seiner „Mutter der Kompagnie“, Gerlinde Gullert, widmete („guten Flug in die USA“), ging es fröhlich, gefühlvoll und augenzwinkernd weiter. 38 Musikerinnen – einige Ehemalige verstärkten die Truppe – ließen die Mimi nie ohne Krimi ins Bett gehen und die Bauchtanztruppe die Hüften schwingen. Ein musikalisches Dankeschön-Potpourri nutzte Gerlinde Gullert zum Lob für die ehrenamtlichen Helfer, unter ihnen als Dienstälteste Margarethe Gonscherowski, die seit 1999 dabei ist. „Ohne die Helfer wäre ich nichts, ich kann mich hundertprozentig auf sie verlassen“, betonte die Geschäftsführerin, die ihre Moderation mit launigen Versen anreicherte. „Ich platze vor Stolz, tolles Bild, tolle Musik“, machte der Vorsitzende des Vereins für Jugendmusik, Bernd Müller, dem Orchester ein Riesenkompliment.

Das wiederum bereitete seinem Publikum einen schönen und erinnerungsreichen Nachmittag. Denn auch in der zweiten Hälfte ging es mit Hits aus den 70er- und 80er-Jahren weiter – frech und schräg beim „Skandal im Sperrbezirk“ von der Münchner Freiheit, beim „Sternenhimmel“ mit süßem „La-La-La“ der Mädchen und dem schwungvollen „Chim-Chim-Cheree“ im Walzertakt von Mary Poppins – und alle amüsierten sich beim stummen Formulieren des Wortes „superkalifragilistischexpiallegorisch“. Bravorufe setzte es beim erneuten Gesangspart von Wolos bei „Ein Platz an der Sonne“ oder dem Hit „Mendocino“ – „was haben wir damals geschwoft“, kommentierte der musikalische Leiter augenzwinkernd.

„Es ist super, und ich komme jedes Jahr. Diese Musik ist unsere Welt, sie ist mitreißend und schwungvoll. Ich könnte am liebsten mittanzen“, schwärmte Zuhörerin Agate Didwischus (82) aus Wittorf. Die Mutter von vier Kindern war sich sicher: „Wer das ganze Jahr nicht weiß, dass er eine Mutter hat, braucht am Muttertag nicht zu feiern.“

Traditionell fanden auch Ehrungen statt. Kay Prieß, Vorsitzender des Musikerverbandes Schleswig-Holstein, ehrte für 20 Jahre Mitgliedschaft im Orchester Bianka Mehrens (Tenorhorn) sowie (10 Jahre) Virginie Emmerlich (Tambourmajorin/Querflöte), Britt Hennings (Klarinette) und Lena Catharina Wolos (Trompete). Für 500 Einsätze wurde Tubaspielerin Angelina Kirsch – bekannt als Kurven-Model – ausgezeichnet. Mit Tränen der Rührung wurden Elisa Gülzow (Schlagzeug) nach 16 Jahren und Jana Kröger (Querflöte) nach elf Jahren verabschiedet.

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