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Unfallstatistik : Mehr Unfälle, weniger verletzte Kinder

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bilanz der Verkehrsunfälle 2016 / Radler auf der falschen Straßenseite und Handy am Steuer machen der Polizei weiterhin große Sorgen

Neumünster | Die Zahl der Verkehrsunfälle hat 2016 in Neumünster zugenommen. Gleichzeitig ging der Anteil der Verletzten dabei leicht zurück. Allerdings waren 2016 erstmals wieder Verkehrstote zu beklagen. Sorgen bereiten der Polizei weiterhin falsch fahrende Radfahrer sowie Autofahrer, die sich durch ihr Handy ablenken lassen. Sie bleiben deshalb besonders im Fokus der Beamten.

2016 zählte die Polizei laut Sprecher Rainer Wetzel genau 2347 Verkehrsunfälle. In der Zahl ist von großen Karambolagen bis hin zu kleinen Remplern mit reinem Personalienaustausch alles enthalten. 2015 waren es nur 2198 Unfälle. Somit war eine leichte Steigerung von 6,8 Prozent zu verzeichnen.

Verletzt wurden dabei 527 Menschen, im Vorjahr waren es 534. Das ist ein Rückgang von 1,3 Prozent. 60 Verkehrsteilnehmer erlitten 2016 schwere Blessuren (46 im Jahr 2015), 467 wurden leicht verletzt (488 in 2015).

Zwei Menschen verunglückten 2016 tödlich. Sie waren die ersten Verkehrstoten seit 2012 in der Stadt. Im Januar hatte ein Autofahrer (54) auf der Kreuzung am Industriegebiet Eichhof eine rote Ampel übersehen und war mit dem Fahrzeug eines 46-Jährigen zusammengestoßen. Der Jüngere kam dabei ums Leben. Im Mai war ein Mann (81) auf der Kieler Straße offenbar aus gesundheitlichen Gründen kurz hinter dem Tannhof in mehrere Fahrzeuge gekracht. Er starb später.

30 Prozent der Unfälle ereigneten sich wegen Fehlern beim Abbiegen oder Rückwärtsfahren. Bei 25 Prozent wurde die Vorfahrt missachtet, bei 13 Prozent fehlte der Sicherheitsabstand. Bei weiteren 13 Prozent der Unfälle spricht die Polizei von falscher Straßenbenutzung als Ursache. Das sind zum Beispiel Radler, die auf der falschen Seite fuhren. In 8 Prozent der Fälle waren Alkohol oder Drogen im Spiel, bei 4 Prozent wurde falsch überholt.

Wenn Radfahrer auf der falschen Seite unterwegs waren und es zum Unfall kam, waren sie in 35 Prozent der Fälle auch der alleinige Verursacher des Unfalls. In 59 Prozent der Fälle traf die Radler eine Teilschuld. „Wir werden dieses Problem weiter im Auge behalten und Kontrollen machen“, erklärte Rainer Wetzel. Erfreulich ist, dass die Zahl der an Unfällen beteiligten Kinder (als Fußgänger, Radfahrer oder Mitfahrer) zurückgegangen ist. 2015 waren es 76 Kinder, 2016 nur noch 50. „Das ist der niedrigste Stand seit 2012“, erklärte der Sprecher. Er führt diese positive Entwicklung unter anderem auf die Präventionsarbeit der Polizei in den Schulen zurück.

Besonders häufig krachte es 2016 auf der Kreuzung Haart/Sachsenring. Dort gab es 7 Unfälle, davon 5 mit Verletzten. Auf der Kreuzung Sachsenring/Plöner Straße/ Feldstraße krachte es auch 7 Mal. In 4 Fällen gab es Verletzte. Ähnlich war es auch auf der Gänsemarkt-Kreuzung in der Innenstadt.

Unfälle unter Drogen waren 2016 rückläufig (5 Fälle, Vorjahr: 15). Allerdings erwischten die Polizisten vermehrt Fahrer, die unter Drogen unterwegs waren, aber zum Glück noch keinen Unfall gebaut hatten. Das waren 2016 genau 126 Fälle, im Vorjahr 101. Deshalb werden die Kontrollen beibehalten. Gleiches gilt für die verbotene Handy-Nutzung am Steuer, die
die Polizei auch wieder konsequent ahnden wird. Wie oft die Ablenkung durch das Handy tatsächlich eine Unfallursache ist, lässt sich statistisch kaum
erfassen. „Die Daten werden nur bei schweren Unfällen und Verdachtsmomenten ausgewertet“, erklärte Rainer Wetzel.

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