Brandschutz : Mehr Sicherheit für Schulen

Die Grundschule an der Schwale:  Zwei außen liegende Fluchttreppen und Verbindungstüren zwischen Klassenräumen sollen die Fluchtwege im Falle eines Brandes verkürzen.
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Die Grundschule an der Schwale: Zwei außen liegende Fluchttreppen und Verbindungstüren zwischen Klassenräumen sollen die Fluchtwege im Falle eines Brandes verkürzen.

Neun Schulen sollen zweiten Rettungsweg bekommen

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23. Juli 2015, 05:45 Uhr

Neumünster | Die Stadt will die Sicherheit an Neumünsters Schulen weiter verbessern. Bis 2018 sollen neun Schulen mit einem zweiten Rettungsweg nachgerüstet werden, um den Schülern und Lehrern im Falle eines Brandes eine schnellere Flucht zu ermöglichen. Für die Baumaßnahmen stehen im Haushalt für 2014 rund 400 000, für 2015 rund 500 000 Euro zur Verfügung.

Das letzte Wort über die Mittelfreigabe hat der Schulausschuss in seiner Sitzung nach der Sommerpause (10. September). Mit grundsätzlichen Einwänden ist allerdings nicht zu rechnen, da die Ratsversammlung bereits Ende letzten Jahres einen Grundsatzbeschluss gefasst hatte, Neumünsters Schulen sicherheitstechnisch nachzurüsten, wenn sich dafür in den Brandschutzschauen Bedarf ergeben sollte.

Folgende Schulen sollen nachgerüstet werden (in Klammern der geplante Baustart):

>Grundschule an der

Schwale (2015/2016)

> Gartenstadtschule (2015/2016)

>Pestalozzischule (2016)

> Grundschule Gadeland (2016)

> Grundschule Wittorf (2017)

> Helene-Lange-Schule (2016/2017) > Timm-Kröger-Schule

(2016/2017)

> Rudolf-Tonner-Schule

(2016/2017)

>Mühlenhofschule

(2017/2018)

An den meisten Schulen sollen innerhalb oder außerhalb des Gebäudes neue Treppenaufgänge gebaut werden.

Auf Nachfrage von Dr. Bruno Dannmeier (FDP)war die geplante Nachrüstung Dienstagabend auch Thema im Brandschutzausschuss. Dannmeier verlangte Aufschluss darüber, auf welche Sicherheitsmängel die Feuerwehr in den Schulen im Einzelnen gestoßen waren. Die FDP wollte ausschließen, dass Sicherheitslücken erst mit erheblicher zeitlicher Verzögerung in Angriff genommen werden (der Courier berichtete).

Feuerwehrchef Sven Kasulke konnte die Befürchtungen entkräften: In keiner Neumünsteraner Schule gebe es akute Gefährdungen, versicherte der Brandschützer. Die geplanten Nachrüstungen stützten sich auf eine Baurichtlinie für Neubauten. Erst seit 2010 müssen danach Schulen grundsätzlich mit einem zweiten Rettungsweg ausgestattet werden. Mit Blick auf die zunehmende Inklusion – die Aufnahme behinderter Schüler – sei es jedoch sinnvoll, langfristig auch bestehende Schulen entsprechend nachzurüsten, erklärte der Feuerwehrchef. Neumünster habe sich entschieden, den Sicherheitsstandard freiwillig zu erhöhen.

STANDPUNKT

von Jens Bluhm

Selbst im Brandschutzausschuss war man überrascht. Wenn die Schule brennt,  kommt die Feuerwehr zum Löschen, die  Evakuierung muss die Schule organisieren. Die Retter könnten nicht Hunderte Schüler hinaustragen, stellte Feuerwehrchef  Sven Kasulke  im Ausschuss klar. Deshalb ist es ja auch so wichtig, dass die Evakuierung  beim Feueralarm immer wieder geübt wird. Und deshalb ist es auch so wichtig, dass sich die   Schüler dann auf kurze Fluchtwege verlassen können, die  Experten  auf ihre Tauglichkeit hin abgeklopft haben. Die Investitionen in zweite Rettungswege sind gut angelegtes Geld.

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