Neumünster : Mehr Praxis für die Tagesmütter

Setzen die Bausteine für eine bessere Qualifikation der Tagesmütter nun gemeinsam: Hilke Waßmuth (von links), Petra Schlüter, Marianne Harms und Jörg Asmussen.
Setzen die Bausteine für eine bessere Qualifikation der Tagesmütter nun gemeinsam: Hilke Waßmuth (von links), Petra Schlüter, Marianne Harms und Jörg Asmussen.

Vier Institutionen kooperieren, um die Kindertagespflege attraktiver zu machen / intensivere Aufbau-Qualifizierungskurse.

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24. Januar 2018, 19:35 Uhr

Die Stadt möchte mehr Tagesmütter für die U-3-Betreuung. Um die Kindertagespflege als Beruf attraktiver zu machen, kooperieren ab sofort der Fachdienst Frühkindliche Bildung, die Volkshochschule, die evangelische Familienbildungsstätte und der Verein qualifizierende Kindertagespflege (QuaKi).

„Ziel ist eine intensivere Qualifikation, die besser auf die Tagesmütter zugeschnitten ist“, fasst Hilke Waßmuth vom Fachdienst Frühkindliche Bildung zusammen. Das bedeutet: Mehr Praxis.

Bislang mussten die Tagesmütter die gesetzlich vorgeschriebenen 160 Stunden als Grundqualifizierung absolvieren – vorwiegend theorielastig und in Form von Frontalunterricht. Wenn sie dann die Pflegeerlaubnis erworben haben, können sie mit der Betreuung von Kindern beginnen. Diese vorgeschriebene Qualifizierung gibt es weiterhin, „allerdings setzen wir verstärkt auf Selbstlerneinheiten“, erklärt Petra Schlüter von der evangelischen Familienbildungsstätte. Das sei für viele Teilnehmer ungewohnt. Mit diesem Weg folgen die Neumünsteraner Institutionen dem Kompetenz orientierten Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege (QHB) des Bundessozialministeriums, das verstärkt den Blick auf die individuellen Fähigkeiten der Teilnehmer richtet. Neu ist außerdem eine Aufbauqualifizierung von 140 Stunden, die berufsbegleitend läuft. „Viele Probleme treten erst in der Praxis auf“, so Hilke Waßmuth. Wie man zum Beispiel mit Konflikten mit Eltern umgeht, lerne man in dem fortführenden Kursus. „Dieser Aufbaukursus ist freiwillig“, sagt Jörg Asmussen, Fachdienstleiter Frühkindliche Bildung. Angeboten werden beide Kurse im Wechsel von der Volkshochschule und der evangelischen Familienbildungsstätte. „Für den vorbereitenden Kursus suchen wir noch Teilnehmer“, so Marianne Harms von der Volkshochschule. Der Kursus startet am 2. März und geht über 13 Wochenenden (Anmeldung: Tel. 7 07 69 95). Der Aufbaukursus hat bereits begonnen. „Kurzentschlossene können aber noch einsteigen“, sagt Petra Schlüter (Kontakt: Tel. 2 50 54 04). Mit dem intensiveren Kursangebot sollen mehr motiviert werden, sich als Tagesmutter oder -vater selbstständig zu machen. Bislang betreuen 81 Tagesmütter und 5 Tagesväter 366 Kinder. In Krippen sind 459 U-3-Jährige untergebracht. Neben einem Raumangebot, das die Tagespflegepersonen vorhalten müssen, sind Sozialkompetenzen gefragt. Maximal fünf Kinder dürfen zeitgleich betreut werden. „Der Vorteil der Kindertagespflege ist, dass die Betreuungszeiten flexibler gehandhabt werden“, so Asmussen. Pro Kind bekommt eine Tagesmutter etwa 900 Euro. Die Eltern zahlen den regulären Beitrag für ihr Kind an die Stadt. „Von dem Einkommen als Tagesmutter kann man leben“, so Hilke Waßmuth.

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