Richtfest : Mehr Plätze für alte Patienten

Das Richtfest feierten (von links) Klinik-Geschäftsführer Gerhard Wachsmuth, Architektin Dagmar Herold, Bernd Delfs (stellvertretender Stadtpräsident) und Sven Lorenz vom DRK-Vorstand.
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Das Richtfest feierten (von links) Klinik-Geschäftsführer Gerhard Wachsmuth, Architektin Dagmar Herold, Bernd Delfs (stellvertretender Stadtpräsident) und Sven Lorenz vom DRK-Vorstand.

Gestern feierte das DRK Richtfest für den Erweiterungsbau im gerontopsychiatrischen Wohnbereich am Hahnknüll / Nachfrage wird steigen

shz.de von
20. Juni 2014, 06:30 Uhr

„Gesegnet sei das ganze Haus und die da gehen ein und aus. Drum soll das Glas jetzt sterben, bring Glück dem Bau mit Deinen Scherben“: Zimmerermeister Ulf Naujok ließ gestern nach zünftigem Handwerkerbrauch das Glas auf dem Richtfest des Anbaus der Fachklinik Hahnknüll zersplittern. DRK-Vorstand, Klinikmitarbeiter, Bauarbeiter und Bewohner weihten den Rohbau des gerontopsychiatrischen Wohnbereichs am Hahnknüll ein.

Der Erweiterungsbau, dessen Kosten das DRK nicht nennt, umfasst zusätzliche 355 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche mit insgesamt 52 Plätzen – vier mehr als bisher – sowie weitere Doppel- und Einzelzimmer. Betreut werden Menschen mit somatischen und psychischen Beeinträchtigungen. Die Zimmer sind alle mit Duschbad ausgestattet, außerdem wird der Außenbereich neu gestaltet. „Das DRK reagiert auf den Demographiewandel. Neumünster ist im Land führend, was die Versorgung psychisch kranker Menschen angeht“, gratulierte Bernd Delfs, stellvertretender Stadtpräsident und dankte für das „Schaffen dringend nötiger Plätze“. Gerhard Wachsmuth, Geschäftsführer der Fachklinik, zollte allen Mitwirkenden ein Lob: „Eine tolle Baustelle, Sie haben alle einen sehr guten Job gemacht mit so viel Gründlichkeit und Kooperation untereinander.“ 1500 Verblendsteine, 160 Kubikmeter Beton und 300 Tonnen Kalksandstein seien verbaut worden – im laufenden Betrieb. Außerdem werden parallel im Altbau Abwasserrohre, Heizung und Elektro- und Datenleitungen saniert. Dass mit Diplom-Ingenieurin Dagmar Herold eine Frau die Fäden ziehe, wirke sich aus: „Die Jungs sind höflicher untereinander.“

Der Neubau war nötig, betonte Wachsmuth: Dreibettzimmer seien nicht mehr zeitgemäß, es gebe immer mehr Rollstuhlfahrer. In Zukunft werde immer mehr professionelle Hilfe nachgefragt. Sein Personal sei speziell geschult: „Alt gewordene Menschen sind Persönlichkeiten, sie haben in ihrem Leben ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Durchsetzungskraft und Organisationstalent bewiesen, sonst hätten sie die Kriege nicht überstanden und würden jetzt nicht mehr leben.“ Wenn diesen Menschen im Krieg ein Stück Brot weggenommen wurde, habe das eine Verteidigung ausgelöst. Das sei heute auch noch so: „Jeder Mitarbeiter weiß, wenn er etwas wegnimmt, muss er etwas als Ausgleich geben.“ Bewusst gibt es zwei neue, lichtdurchflutete Tagesräume: „Sie sollen den Bewohnern mehr Freiraum bei ihrer individuellen persönlichen Tagesgestaltung ermöglichen“, sagt der Geschäftsführer. Einweihung soll voraussichtlich im Herbst sein. „Nachbar“ auf dieser Seite

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