zur Navigation springen

Suche nach Ersatzeltern : Mehr Hilfe für Pflegeeltern

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neue Kräfte bei der Stadt sollen Eltern noch besser begleiten

Der Trend geht auch an Neumünster nicht vorbei: Immer seltener sind Eltern oder andere erwachsene Menschen bereit, Verantwortung für ein Pflegekind zu übernehmen. Dabei ist der Bedarf an engagierten Helfern nach Auskunft der Stadt ungebrochen. Die Stadt sucht neue Pflegeeltern.

Derzeit kann der Kinderpflegedienst der Stadt auf einen Pool von rund 100 Familien, Paaren oder Alleinerziehenden zurückgreifen, die bereit sind, vorübergehend oder auf Dauer Verantwortung für ein Kind oder einen Jugendlichen zu übernehmen. Insgesamt leben in der Stadt derzeit 145 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren bei Pflegeeltern. Weitere 129 (meist ältere) Jugendliche sind durch die Vermittlung des Sozialen Dienstes in Heimen untergebracht.

Die Auslöser für die „Herausnahme“ des Kindes aus dem Elternhaus sind dabei längst nicht immer so spektakulär wie in der Öffentlichkeit vermutet, unterstreicht Bianca Bahlert, Sozialpädagin beim Kinderpflegedienst der Stadt. So werden etwa auch kleine Kinder vorübergehend zu zu Pflegeeltern ausquartiert, damit beispielsweise die alleinstehende Mutter sich auf die Geburt ihres neues Kindes vorbereiten kann. Von den rund 60 Kindern, die im vergangenen Jahr von Bereitschaftspflegeeltern aufgenommen wurden, kehrten zwei Drittel nach wenigen Wochen wieder zu ihren leiblichen Vätern und Müttern zurück.

Dennoch ist der Bedarf an Pflegeeltern ungebrochen – auch wegen der aufmerksamen Auswahl bei der Vermittlung: „Wir schauen sehr genau, welche Pflegefamilie zu welchem Kind passt und umgekehrt“, stellte Jens-Peter Haverbier, Leiter des Kinderpflegedienstes, klar. Der Kinderpflegedienst prüft zunächst die Eignung der Ersatzeltern, um sie dann intensiv in mehreren Gesprächsrunden und Schulungen auf ihre Aufgabe vorzubereiten und zu begleiten. Unterstützung leisten dabei künftig auch die beiden neuen Mitarbeiterinnen Haverbiers, die gestern im Rathaus vorgestellt wurden. Die beiden Sozialpädagoginnen Bianca Bahlert (36) und Wiebe Broszeit-Kruse (47) sollen helfen, die Ersatzeltern künftig noch intensiver zu beraten und zu unterstützen.

Familien oder Einzelpersonen, die sich für den verantwortungsvollen Job der Pflegeelternschaft interessieren, können sich bei Jens-Peter Haverbier unter Tel. 942-27 25, melden. Am 29. Oktober klärt darüber hinaus ein Kursus „Kinder brauchen Familie“ in der VHS an der Gartenstraße über Pflegefamilien und deren Aufgaben auf. Beginn ist um 19 Uhr.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 11.Sep.2013 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert