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Holsteinischer Courier

17. Oktober 2017 | 17:43 Uhr

Jobcenter : Mehr Geld für Qualifizierung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bund schüttet nicht ausgegebene Mittel aus. Neumünster kann mit gut 583 000 Euro extra rechnen. Geld soll in Qualifizierungsangebote fließen

von
erstellt am 09.Mai.2014 | 16:15 Uhr

Neumünster | Frohe Botschaft aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Berlin: Das Jobcenter an der Friedrichstraße kann 2014 mehr Geld für die Qualifizierung von Hartz-IV-Empfängern und ihre Eingliederung in den Arbeitsmarkt einplanen. Nach Berechnungen des Bremer Instituts für Arbeitsmarktforschung handelt es sich um gut 583 000 Euro. Das Geld stammt aus sogenannten Ausgaberesten des Vorjahres.

Insgesamt schüttet der Bund rund 325 Millionen Euro an die Jobcenter in der Republik aus. Die zusätzlichen Mittel sind zweckgebunden und werden für Leistungen zur Eingliederung in Arbeit und für Verwaltungskosten bei der Grundsicherung bereit gestellt. „Das ist neu. Bisher sind diese Mittel immer am Jahresende verfallen“, sagte Thorsten Hippe, der Geschäftsführer des Jobcenters Neumünster, auf Courier-Nachfrage.

Der überraschende Geldregen ist von der schwarz-roten Bundesregierung im Entwurf für den Bundeshaushalt 2014 vereinbart worden. Danach sollen nicht ausgegebene Haushaltsmittel künftig auf das Folgejahr übertragen werden dürfen. Für 2014 bedeutet das: Die Ausgabereste aus dem Jahr 2013 wandern zentral in einen Topf und werden von dort nach einem speziellen Bundesschlüssel an die einzelnen Jobcenter wieder ausgeteilt.

Neumünsters Jobcenter profitiert dadurch gleich doppelt. „Wir haben 2013 unsere Mittel für die Eingliederung in Arbeit zu 99 Prozent ausgeschöpft“, sagte Thorsten Hippe. Für das Haushaltsjahr 2014 plante das Jobcenter Neumünster bisher mit einem Verwaltungshaushalt in Höhe von knapp neun Millionen Euro. Darin ist allerdings ein kommunaler Finanzierungsanteil von rund 15 Prozent enthalten. Für die Eingliederung in Arbeit waren im Haushalt bislang etwa 5,1 Millionen Euro vorgesehen. „Bei einem Gesamthaushalt von knapp 14,1 Millionen Euro entsprechen die zusätzlichen Mittel also rund vier Prozent der bis dahin vorläufig zugeteilten Haushaltsmittel“, sagte Thorsten Hippe und kündigte an: „Wir werden das zusätzliche Geld nahezu komplett in neue Bildungs- und Qualifizierungsangebote stecken.“ Die genauen Planungen dafür in den Integrationsteams laufen noch.

Die Stadt Neumünster profitiert allenfalls indirekt davon: Sie zahlt den Beziehern von Arbeitslosengeld II die Miete (Kosten der Unterkunft). „Wenn dann  hoffentlich wieder mehr unserer Klienten in Arbeit finden, wird die Stadtkasse entlastet“, sagte Hippe. Zurzeit betreut das Jobcenter etwa 7400 erwerbsfähige Menschen.

 

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