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Holsteinischer Courier

16. Dezember 2017 | 22:21 Uhr

Jugendarbeit : Mehr Freiraum für junge Christen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kirchenkreis Altholstein ebnet den Weg zur Jugendkirche. Neue Angebote sollen junge Menschen zum Mitmachen bewegen.

von
erstellt am 04.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Der Kirchenkreis Altholstein macht einen großen Schritt auf die Jugend zu: Mit großer Mehrheit hat die Synode jetzt den Weg für eine feste Jugendkirche geebnet. Für das Projekt stellt das Kirchenparlament eine Extra-Pastorenstelle und ein Sachkostenbudget über zusammen 65 000 Euro pro Jahr zur Verfügung.

Damit ist nach langem Abwägen der Weg frei, neue – teils auch unkonventionelle – Formen auszuprobieren, um Jugendliche wieder für die Kirche zu gewinnen. Immerhin stellen Kinder und Jugendliche von (6 bis 26 Jahren) rund ein Viertel der knapp 227 000 Gemeindeglieder im Kirchenkreis.

Für Beke Müller (23), die sich seit Jahren in der Jugendarbeit ihrer Kirchengemeinde engagiert, haben Jugendliche durchaus Interesse an Themen, die klassischerweise in der Kirche thematisiert werden – nur eben mitunter nicht an den Formen, wie dies passiert. Konkret: Wer den sonntäglichen Gottesdienst öde findet, kann dennoch ein starkes Bedürfnis danach haben, in der Gemeinschaft über Liebeskummer, Schulstress oder die Ungerechtigkeit der Welt zu diskutieren. Die junge Bramstedterin hofft deshalb, Jugendlichen mit der Jugendkirche einen „neuen Freiraum“ innerhalb der Kirche anbieten zu können. Gemeinsam mit dem Neumünsteraner Lukas Kirchner (20), der über die früheren „Fischbuden“-Gottesdienste in die kirchliche Jugendarbeit fand, hat sie den Synodalen das Konzept vorgestellt und überzeugt.

Den beiden jungen Vordenkern schwebt dabei eine „Jugendkirche mit Eventcharakter“ vor, die sich deutlich von den üblichen Kirchenveranstaltungen unterscheidet. Da wird dann in der Kirche auch schon mal eine Kletterwand aufgebaut, zentnerweise Sand ausgestreut, um ein Wüstenkulisse herbeizuzaubern oder bei Chips und Getränken ein Filmabend organisiert.

Aktionen ähnlicher Art stießen in der Vergangenheit nicht immer auf die Begeisterung lokaler Kirchenoberer. Propst Kurt Riecke glaubt aber ein Umdenken in den Gemeinden. Die Synode habe mit ihrer Zustimmung auch gezeigt, dass „wir offen sind für neue Formen“. Die Jugendkirche solle die gemeindliche Jugendarbeit nicht ersetzen, könne aber gegebenenfalls über die stetige Arbeit der Gemeinden hinaus neue Impulse setzen, hofft der Propst.

Beke Müller und Lukas Kirchner würden am liebsten mehrtägige Veranstaltungen vorzugsweise mit drei festen Partnergemeinden im Raum Kiel, Neumünster und Bad Bramstedt auf den Weg bringen, um möglichst viele Jugendliche auch mit engem Terminkalender zu erreichen. Bis es soweit ist, dürfte es allerdings noch eine Weile dauern: Die neue Pastorenstelle soll jetzt ausgeschrieben werden, voraussichtlich wird sie erst Mitte 2014 besetzt.

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