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Ratsversammlung : Mehr Frauen rauf aufs Straßenschild

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Im Rat gab es eine muntere Debatte um die Gleichstellung im Straßenbild

Neumünster will verdienten Töchtern der Stadt künftig mehr Ehre angedeihen lassen: Dafür legte die Ratsversammlung gestern Abend den ersten Grundstein. Nach munterer Debatte, aber letztlich einvernehmlich appellierten die Ratsfrauen und -herren an Stadtteilbeiräte und Bauausschuss, bei der Benennung von Straßen und Plätzen künftig genauer hinzuschauen, ob sich nicht ein geeigneter Frauenname findet. In Abstimmung mit der Gleichstellungsbeauftragten sollen dabei Persönlichkeiten gewürdigt werden, die sich um die Stadt oder den Stadtteil besonders verdient gemacht haben.

Den Anstoß dazu gab Esther Hartmann (BFB). Die Ratsfrau hatte das Straßenverzeichnis der Stadt durchforstet und war dabei auf ein erstaunliches Missverhältnis gestoßen: Von den rund 600 öffentlichen Straßen und Plätzen der Stadt sind über 60 nach verdienten Bürgern, aber nur sieben nach verdienten Bürgerinnen benannt. Nicht nur Esther Hartmann empfand das im Rat als beschämend. „Was für ein Weltbild vermitteln wir unseren Kindern?“, fragte die Ratsfrau in die Runde und empfahl ihren Ratskollegen, die „Diskriminierung auf Straßenschildern“ endlich abzuschaffen.

Umso größer war die Überraschung, als Sandra Weiß den Vorstoß für die CDU-Fraktion zunächst rundheraus ablehnte. Die Benennung von Straßen sei traditionell und zu Recht basisdemokratisch den Stadtteilbeiräten vorbehalten. Der Bauausschuss dürfe sich nicht, wie von Esther Hartmann vorgeschlagen, einfach darüber hinwegsetzen.

Das wiederum rief Heidemarie Stephan (SPD) auf den Plan. Es sei eigentlich schon peinlich, dass man den Antrag nach den vorgetragenen Fakten noch begründen müsse, und es sei „beschämend, dass wir das nicht einstimmig beschließen können“, rüffelte sie die CDU. Deren Fraktionschefin Babett Schwede-Oldehus wollte das so nicht stehen lassen und versuchte zu schlichten: „Die Idee ist schön, aber Ihr Weg ist falsch“, sprach sie Esther Hartmann direkt an. Es gelte, die Stadtteilbeiräte mit ins Boot zu holen. Gemeinsam mit Heidemarie Stephan knobelte sie die Kompromissformel mit dem Appell aus, der schließlich alle Fraktionen zustimmen konnten. Mehr aus dem Rat morgen

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erstellt am 19.Feb.2014 | 05:45 Uhr

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