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Arbeitsmarkt : Mehr Flüchtlinge melden sich arbeitslos

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt auf hohem Niveau. Mehr Ausbildungsstellen und Bewerber als im Vorjahr

Mit dem Start in die Sommerferien ist die Zahl der Arbeitslosen in Mittelholstein und in Neumünster leicht gestiegen. Thorben Sauck, dem stellvertretenden Leiter der Agentur für Arbeit, treibt dieser jährlich wiederkehrende saisonale Effekt aber keine Sorgenfalten auf die Stirn.

„Die Zahl der Arbeitslosen steigt, da sich zum Ende ihrer Schul- oder Ausbildungszeit viele junge Menschen, die einen Ausbildungs- oder einen Arbeitsplatz suchen, arbeitslos melden. Viele Unternehmen treffen außerdem ihre Personalentscheidungen erst nach den Sommerferien“, sagte Sauck. Die Zahl der bei der Agentur gemeldeten Arbeits- und Ausbildungsstellen sei gestiegen. Sauck: „Das zeigt, dass der Arbeitsmarkt in Mittelholstein sich nach wie vor in einer guten Verfassung befindet.“

Im Arbeitsagentur-Bezirk, der die Stadt Neumünster und den Kreis Rendsburg-Eckernförde umfasst, waren im Juli 10 750 Menschen arbeitslos. Das sind etwa 120 oder 1,1 Prozent mehr als im Juni und 280 mehr als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote beträgt 6,0 Prozent. Im Juni lag sie bei 5,9 Prozent, vor einem Jahr bei 5,8 Prozent.

Den Anstieg der Arbeitslosenzahl zum Vorjahr führt die Agentur auf zwei Faktoren zurück. So haben sich mehr junge Menschen im Alter bis 25 Jahre arbeitslos gemeldet – ein Indiz dafür, dass mehr junge Menschen eine Ausbildung absolviert haben und nun für eine Anschlussbeschäftigung zur Verfügung stehen. Außerdem setzt sich die Entwicklung fort, dass sich zunehmend mehr Flüchtlinge nach einer Sprachförderung arbeitslos melden. So liegt die Zahl der arbeitslosen Ausländer jetzt bei 1900. Das ist im Vergleich mit dem Juli 2016 eine Steigerung um 400 Personen oder mehr als 26 Prozent.

In Neumünster waren im Juli 3900 Arbeitslose registriert – 70 mehr als im Juni, aber leicht weniger als im Juli 2016. Die Arbeitslosenquote beträgt wie im Vorjahr 9,4 Prozent. Im Juni waren es 9,2 Prozent.

Nach oben geht der Trend bei den freien sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen. Im Juli waren es 840, das sind 180 mehr als noch im Juni. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Arbeitgeber-Service von Agentur und Jobcenter fast 6200 Stellen, das sind 450 oder 8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Erfreulich positiv entwickelt sich der Ausbildungsmarkt in Mittelholstein: Seit Beginn des Berichtsjahres am 1. Oktober 2016 wurden dem Arbeitgeber-Service 2080 betriebliche Lehrstellen gemeldet, das sind 7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum bis Juli 2016. Die Zahl der Bewerber für Ausbildungsstellen ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls gestiegen. Bis Ende Juli meldeten sich 2120 Bewerber, 12 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum bis Juli 2016.

Die Industrie- und Handelskammer spricht deshalb von einem „gelungenen Sommerstart ins neue Ausbildungsjahr“. Das Plus bei den eingetragenen Ausbildungsverträgen liege bei 4,5 Prozent. Das gute Konjunkturklima sorge für hohe Nachfrage nach Fachkräften und gute Übernahme-Chancen nach Abschluss der Ausbildung.

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erstellt am 02.Aug.2017 | 08:30 Uhr

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