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Knöllchen-Bilanz : Mehr Falschparker und Raser erwischt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Verwarn- und Bußgeldaufkommen stieg auf 976 000 Euro. Politessen bekommen Verstärkung durch den Ordnungsdienst.

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erstellt am 26.Jan.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | Die Stadt und die Polizei haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Falschparker erwischt und Raser geblitzt als 2014. Das zeigt die „Knöllchen-Bilanz“ der Bußgeldstelle und ist in Euro und Cent ablesbar am Verwarn- und Bußgeld-Aufkommen. Insgesamt kamen 2015 fast 976000 Euro zusammen. 2014 waren es noch 803000 Euro gewesen – ein Plus von 21 Prozent.

Allein 24  600 Parkvergehen wurden von den sieben städtischen Überwachungskräften geahndet – das sind 4400 mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der durch das Messfahrzeug der Stadt geblitzten Raser stieg von 13500 auf 16400 Fälle. Von der Polizei bekam die Bußgeldstelle 3200 Fälle zur weiteren Bearbeitung.

Die Steigerung bei den verteilten Knöllchen für Parkvergehen führte Max Janßen, der Leiter der Bußgeldstelle, darauf zurück, „dass wir die Kontrollen auch in den Außenstadtteilen intensiviert haben“. Ein neuer Schwerpunkt der Überwachung war 2015 zudem die Baustelle und dann dann die fertige Holsten-Galerie. Dabei arbeitete die Stadt mit dem Wach- und Objektschutz zusammen, den ECE engagiert hatte.

Dieser meldete und verfolgte zusätzlich 5000 Fälle, die gar nicht in die Statistik der Bußgeldstelle eingingen. Das waren Parkverstöße rund um die ECE-Baustelle, aber auch die Missachtung des Durchfahrverbots während der Bauarbeiten auf der Kieler Brücke. „Eine Zwölf-Stunden-Überwachung hätten wir mit unseren Kräften allein nicht schaffen können“, sagte Janßen und zeigte sich erschreckt, „wie wenig auf die eigentlich klare Verkehrsausschilderung geachtet wurde“.

Bei der Überwachung des fließenden Verkehrs lag der Schwerpunkt auf der Schulwegsicherung und der Prävention an neuralgischen Unfallstellen. „Zu nennen sind die Großkreuzung Rendsburger Straße/Max-Johannsen-Brücke, die Wittorfer Straße am Ring und die Boostedter Straße Höhe Schönmörchenstraße“, sagte Janßen. Die mobile Geschwindigkeitsmesstafel der Stadt wurde vor allem in Tempo-30-Zonen und verkehrsberuhigten Bereichen eingesetzt.

„Wir prüfen so, ob und wo Bedarf für den Einsatz der scharfen Blitzer besteht“, sagte Janßen. Den Raser-Rekord zeichnete die Messtafel mit 112 Stundenkilometern an der (alten) Rendsburger Straße auf. Den Blitzer-Negativrekord stellte ein Autofahrer im Oktober an der Roonstraße auf. Er wurde mit 95 Sachen erwischt – das kostete ihn 200 Euro Bußgeld, einen Monat Fahrverbot und zwei Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei.

„Es sind mehr Fälle als 2014. Die Frage ist, ob das an der höheren Kontrolldichte liegt oder am vermehrten Verkehr durch die Besucher des DOC und der Holsten-Galerie“, sagte Janßen. Seit dem 1. August haben die sieben Überwachungskräfte Verstärkung durch den neuen kommunalen Ordnungsdienst. Die vier Kräfte dort sind jetzt fertig ausgebildet und helfen auch bei der Verkehrsüberwachung.

Politessen und Ordnungsdienstmitarbeiter haben jeweils neue Uniformen, die dem Blau der Polizei nachempfunden sind und 2015 neu eingeführt wurden. Janßen: „Die Kräfte sollen klar erkennbar sein und so schon rein optisch das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger stärken.“

Standpunkt

Raser verdienen kein Pardon

Klar, niemand ist davor gefeit, mal die Parkzeit zu überschreiten oder geringfügig zu schnell zu fahren. Es ist dann zwar ärgerlich, aber zu verschmerzen, wenn der „Gruß“ der Stadt in Form eines Knöllchens  unter dem Wischerblatt an der Windschutzscheibe klebt oder per Post in Form eines Verwarngeldangebotes daherkommt.

Kein Mitleid verdient indes, wer innerorts mit fast 120 Klamotten auf der Rendsburger Straße rast oder mit 95 Sachen auf einer Hauptverkehrsader wie der Roonstraße erwischt wird. Wer so rast, bringt sich und andere in Lebensgefahr. Hier sind ein saftiges Bußgeld und ein Fahrverbot das Mindeste an Strafe.

Ebenfalls kein Mitleid verdient, wer  vor Schulen oder Kindertagesstätten geblitzt wird. Bei Tempo 50 oder mehr in einer 30er-Zonen ist die Grenze zur Geringfügigkeit bei Weitem überschritten. Dass oftmals das Mama-Taxi in den Radarstrahl der Geschwindigkeitsmessung gerät, macht die Sache nicht weniger schlimm. 

Kindergartenkinder und Schulanfänger gehören zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern und sind am meisten gefährdet, weil sie die Gefahren noch nicht abschätzen können. Gerade deshalb müssen sie besonders geschützt werden. Die Unvernunft, die die kleinsten Verkehrsteilnehmer gefährdet, ist manchmal ebenso haarsträubend wie die Ausreden, warum zu schnell gefahren wurde.

 

 

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