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Boostedt : Mehr Einwohner: Gemeinderat wird größer

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zahl der Flüchtlinge ist für die Veränderung ausschlaggebend.

Boostedt | Die Zahl der Einwohner in Boostedt ist zeitweise durch die Flüchtlinge stark gestiegen. Diese Momentaufnahme wird jetzt Auswirkungen auf die nächste Kommunalwahl haben: Der Boostedter Gemeinderat wächst um zwei Sitze.

Zur Einwohnerentwicklung teilte der Verwaltungschef des Amtes Boostedt-Rickling, Sven Plucas, auf der Sitzung vorgestern Abend mit, dass am Stichtag 31. Dezember 2015 genau 12 297 Personen im Amt gemeldet waren (2014: 11 644). Aufgrund dieses Zuwachses, der sich aus den gemeldeten Flüchtlingen ergeben habe, resultiere zur nächsten Kommunalwahl in 2018 eine Änderung der Sitze in der Boostedter Gemeindevertretung. Diese zähle dann nicht mehr 17, sondern 19 Sitze. „Nach geltendem Recht gehören dem Amtsausschuss weiterhin 14 Mitglieder an. Doch die Gewichtung der Stimmen wird nach der Einwohnerzahl der Gemeinden vorgenommen, sodass bei Beschlüssen zukünftig 50 Stimmen ausgezählt werden müssen. Das wird eine spannende Sache“, mutmaßte er.

Mit der Entwicklung der Wehren zufrieden zeigte sich der Amtswehrführer Jörg Nero in seinem Bericht. „Mit 22 Neuzugängen und damit nun 387 Aktiven haben wir seit Jahren den höchsten Mitgliederstand. Die Tagesverfügbarkeit war durch die gute Zusammenarbeit der zehn Wehren jederzeit gegeben. Dennoch bleibt dies natürlich ein Thema“, erklärte er. Mit insgesamt 143 Anforderungen sei es letztlich ein durchschnittliches Jahr gewesen. Doch mit 3 bis 51 Einsätzen seien die Wehren sehr unterschiedlich gefordert worden.

Als Dank für ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe zeichnet das Land seit einem Jahr Ehrenamtler mit dem Anstecker „Helfende Hände“ au. Diese Auszeichnung nahmen nun auch die Mitglieder des Ricklinger „Helferkreises für Flüchtlinge“, Anja Zimmer, Monika Prehn, Helga Sutter, Regine Gühlstorf, Dr. Anne Engelhardt, Irmela Bartels, Hinnerk Saara sowie Barbara Wehner aus Gönnebek auf der Sitzung des Amtsausschusses entgegen. Der Helferkreis betreut seit gut drei Jahren Asylbewerber, die in Rickling und Fehrenbötel untergebracht sind.

Die Unterstützung reicht dabei vom Einrichten der Wohnung, über die Begleitung zu Ärzten und Ämtern bis hin zum Sprachunterricht und der Begleitung zu Anhörungsterminen. „Zurzeit betreuen wir 67 Erwachsene, Jugendliche und Kinder. Dazu zählen auch zehn Personen, die mittlerweile in Wahlstedt leben“, berichtete die Sprecherin Dr. Anne Engelhardt.

In der Erstaufnahmestelle in Boostedt sind zurzeit rund 400 Flüchtlinge untergebracht. Dies bedeute eine Auslastung von 20 Prozent. „Im Amtsgebiet wohnen aktuell 43 Personen. Die für das laufende Jahr vom Kreis festgesetzte Zahl von 120 wurde zwar ausgesetzt. Doch wer sich in der Welt umschaut, weiß, dass sich diese Situation ganz schnell wieder ändern kann“, erklärte Sven Plucas. Deshalb seien die Gemeinden weiterhin gehalten, Unterbringungsmöglichkeiten vorzuhalten.  

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