Industriegebiet Süd : Medizintechnik-Konzern Sysmex weiht Neubau ein

Charmant eingerahmt durchtrennen Dr. Jürgen Schulze (von links) , Hisashi Ietsugu und Matthias Kutzner das rote Band zur Eröffnung des Neubaus an der Mainstraße
1 von 2
Charmant eingerahmt durchtrennen Dr. Jürgen Schulze (von links) , Hisashi Ietsugu und Matthias Kutzner das rote Band zur Eröffnung des Neubaus an der Mainstraße

Japanischer Konzern investierte 13 Millionen Euro und verdoppelt seine Produktionsfläche

von
07. Juli 2015, 05:45 Uhr

Neumünster | Gleich doppelt Grund zu feiern gab es gestern an der Mainstraße im Industriegebiet Süd: Der japanische Medizintechnik-Hersteller weihte seinen 13 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau ein und feierte auch sein 35 Jahre währendes Engagement in Deutschland. Die Zentrale für Europa, den Mittleren Osten und Afrika ist seit 1980 in Norderstedt. In Neumünster produziert Sysmex seit 1993 Reagenzien für die Diagnostik von Blut- und Urinproben.

Die aktuelle Neubau ist schon die zweite Erweiterung nach 2006. Wegen stark wachsender Nachfrage mussten die Produktionskapazitäten nach nur neun Jahren erneut ausgebaut werden. Durch Zukauf eines Nachbargrundstücks wuchs Sysmex Neumünster von knapp 15  000 auf jetzt 21  000 Quadratmeter Fläche. Produziert wird jetzt auf 7200 statt wie vormals auf 4200 Quadratmetern.

Die Gebäudetechnik ist vom Feinsten: Ein Vorzeigeobjekt ist das 500  000 Liter fassende Solar-Eis-System. Mit Hilfe der Photovoltaikanlage auf dem Dach wird im Winter Eis produziert, das im Sommer langsam wieder abschmilzt. Das in Schleswig-Holstein noch einzigartige System trägt dazu bei, das Werk im Winter zu beheizen und im Sommer zu kühlen. Bei der Umsetzung half auch das SHeff-Zentrum.

„Wir haben seit mehreren Jahren ein zweistelliges Mengenwachstum“, begründete der für die Reagenzienproduktion zuständige Vizepräsident Matthias Kutzner, warum es Sysmex nach nur wenigen Jahren wieder zu eng wurde. Bis 2020 soll die Mitarbeiterzahl von zurzeit 43 auf 68 steigen. Beim Start 1993 waren es 20 Beschäftigte. Ein wesentlicher Standortfaktor von Neumünster sei die gute Wasserqualität, sagte Kutzner.

Bei der eigentlichen Eröffnungszeremonie wurde dann – dem internationalen Charakter des Unternehmens angemessen – nur noch englisch gesprochen. Die beiden einzigen Worte auf Deutsch waren „Guten Tag“ und kamen erst dem fünften Festredner über die Lippen, einem japanischen Banker. Zuvor hatte sich Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras in seinem Grußwort sogar auf japanisch versucht: „Daiji no mare no shooji.“ Übersetzt bedeutet das Sprichwort: Wer Großes will, muss zuerst das Kleine tun. Neumünster sei auch dank der „Hidden Champions“, also heimlicher Weltmarktführer wie Sysmex, eine aufstrebende Stadt.

„Bei der Qualität gibt es für Sysmex keine Kompromisse, Neumünster macht hier einen richtig guten Job“, lobte Europa-Chef Dr. Jürgen Schulze. Gemeinsam mit Kutzner und dem extra aus Kobe/Japan angereisten Sysmex-Vorstandschef Hisashi Ietsugu durchtrennte Schulze symbolisch das rote Band. Das Trio setzte dann nach japanischer Tradition noch einen Weißdorn als „Präsidentenbaum“.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen