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Holsteinischer Courier

21. September 2017 | 03:32 Uhr

Integration : Max und Moritz machen stark

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Flüchtlings- und Aussiedlerkinder spielen gemeinsam auf der Bühne. Das Musical feiert am Sonntag im Theater in der Stadthalle Premiere.

von
erstellt am 26.Jun.2015 | 17:00 Uhr

Neumünster | Und am Schluss werden Max und Moritz zu Keksen gebacken und von den Gänsen aufgefuttert. Aber haben die bösen Buben wirklich dieses Schicksal verdient, das Wilhelm Busch ihnen vor nunmehr 150 Jahren angedichtet hat?

In dem Jugendtheaterstück „Max und Moritz in der Hölle“ kommen die beiden „Tunichtgute“ jedenfalls wesentlich besser weg als bei Altmeister Wilhelm Busch – zur großen Freude von rund 20 Kindern und Jugendlichen im Alter von 9 bis 17 Jahren, die das Stück am kommenden Sonntag im Theater in der Stadthalle aufführen wollen.

Zuschauer werden ihren Busch dennoch gut wiedererkennen. Die Kinder zitieren natürlich die weltberühmten Verse über Max und Moritz und in Projektionen erscheinen die zugehörigen Zeichnungen des Meisters auf der Bühnenwand. Das Ganze wird allerdings verpackt in ein munteres Fantasy-Musical mit viel Musik.

Das Besondere an dieser Inszenierung: Fast alle kleinen oder größeren Akteure auf und hinter der Bühne sind Kinder aus Aussiedler- und Flüchtlingsverhältnissen oder Jugendliche aus sozial schwachen Familien, für die der Weg ins Theater nicht unbedingt alltäglich ist.

Umso größer war die Begeisterung unter den Jugendlichen, als Alla Korn, Pädagogin und treibende Kraft des deutsch-russischen Vereins „Gemeinsam unterwegs“, ihnen vor einem halben Jahr die Idee von einem gemeinsamen Theaterprojekt vorstellte. Seither studieren die Kinder Verse von Wilhelm Busch ein, üben auf Instrumenten, verfeinern Tanz- und Gesangseinlagen oder geben dem bunten Bühnenbild den letzten Schliff.

„Wir wollten einfach mal etwas auf die Beine stellen, das über einen längeren Zeitraum Bestand hat“, sagt Alla Korn, die sich seit Jahren in der Arbeiterwohlfahrt um die Integration von Flüchtlingskindern bemüht. Auf der Theaterbühne könnten sich die Kinder ausprobieren und zeigen, was in ihnen steckt, sagt Alla Korn: „Das stärkt ihr Selbstvertrauen“, ist die Pädagogin überzeugt, „und höllischen Spaß macht es auch noch!“

Das überzeugte auch an anderer Stelle: Der Bund fördert das Theaterprojekt aus dem Integrationsfonds „Kultur macht stark“ mit 17 000 Euro.

Die Premiere ist am Sonntag , 28. Juni, um 16 Uhr. Eine weitere Aufführung gibt es am Montag, 29. Juni, um 11 Uhr. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist für alle Besucher frei.

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