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Reitturnier : Maurice Tebbel gewinnt das sh:z-Youngster-Finale

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Helen Langehanenberg hat erneut die Weltcup-Dressur, Holger Wulschner das Springen gewonnen. Maurice Tebbel gewinnt das sh:z-Youngster-Finale

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erstellt am 16.Feb.2014 | 17:08 Uhr

Neumünster „Mächtig geschwitzt“ habe er, ließ Holger Wulschner aus Groß Viegeln wissen. Der Sieger im Großen Preis der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Neumünsters Holstenhalle musste mit der Stute Fine Lady deutlich mehr tun als noch 2010. Vor vier Jahren  gewann er mit dem Hengst Cefalo als bislang einziger Springreiter seit 1951 die Hauptprüfung ohne ein Stechen. Diesmal hatte Wulschner als letzter Starter im Stechen viel mehr Druck. „Ich habe das bei meinem entscheidenden Ritt letztlich alles anders gemacht als geplant“, gab der 50-Jährige  aus Mecklenburg-Vorpommern zu.

Genauso wie geplant, erhofft und auch erwartet, hatte wenige Stunden zuvor Helen Langehanenberg (Billerbeck) mit dem Hengst Damon Hill NRW die Weltcup-Prüfung Dressur der VR Classics gewonnen. Und dabei knackte die 31-Jährige die magische 90-Prozent-Marke mit ihrer Kür (90,37). Erwartet worden war das schon seit einem Jahr, jetzt in Neumünster hat es geklappt. „Ich finde es toll hier. Ich mag die Halle, die Zuschauer, die so dicht dran sitzen, und die Atmosphäre – und Damon Hill mag das auch“, erklärte die Berufsreiterin, die noch eine Stunde nach dem Triumph fröhlich strahlte. Den Kür-Weltrekord hält seit Dezember 2013 im Übrigen die britische Olympiasiegerin Charlotte Dujardin mit 93,97 Prozent. Zweite wurde, wie schon in der Qualifikation, die Dänin Anna Kasprzak mit Donnperignon (83,57) vor der Bayerin Jessica von Bredow-Werndl mit Unee BB (82,42). Auch sie ritt mit dem eleganten schwarzen Hengst persönliche Bestleistung.

Aufmerksamer Beobachter am Rande für das Weltcup-Büro des Weltverbandes FEI war Karim Lahleh, der Bemerkenswertes notierte: Fünf Teilnehmer der Weltcup-Kür erreichten Ergebnisse von 80 Prozent und besser, woraufhin US-Dressurrichterin Liselotte Fore das „außergewöhnlich hohe Niveau“ betonte. Das größte Kompliment der Richterin, wie auch des Veranstalters Paul Schockemöhle, galt jedoch dem Publikum in der restlos ausverkauften großen Holstenhalle. „Pferdeverstand“ attestierten beide den Besuchern. Paul Schockemöhle sagte ferner: „Unsere Zuschauer sind der Grund dafür, dass wir dieses Turnier so gerne organisieren.“

Die Besucher traten wenig später den Beweis dafür an, wie begeisterungsfähig sie sind. Wulschner gewann zwar mit einer sehenswerten Runde im Stechen den Großen Preis der Volksbanken und Raiffeisenbanken und damit auch 10 000 Euro Preisgeld, die „Phonwertung“ – wenn es denn eine gegeben hätte – holte allerdings Carsten-Otto Nagel aus Wedel. Der Mannschafts-Weltmeister legte mit Holiday by Solitour eine Topzeit in einer fehlerfreien Runde vor und brachte die Besucher außer Rand und Band. Lohn der Mühe: Platz 2 vor Patrick Stühlmeyer aus Osnabrück mit Chasmo und 8000 Euro Preisgeld. Prompt gab es für den Schleswig-Holsteiner eine Silberschale und eine Extra-Schleife von Organisationschefin Bettina Schockemöhle. Nagel war absolut zufrieden mit seinem Ergebnis: „Ich hatte am Sonnabendabend einen ausgegeben auf Sonntag. Manchmal mache ich das – und manchmal nützt das sogar was.“

Wie gut Nachwuchsförderung funktionieren kann, wurde bei den VR Classics 2014 doppelt sichtbar. Maurice Tebbel aus Emsbüren, einer der besten jungen Reiter Deutschlands, gewann mit dem Hengst Chacco’s Son das Finale der internationalen Youngster-Tour, präsentiert vom Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z).

Das Pferd ist gerade mal sieben Jahre alt und ein Sohn des Hengstes Chacco Blue. Der war einst im Besitz von Turnierchef Paul Schockemöhle und mit Andreas Kreuzer Sieger im Großen Preis der VR Classics 2012. Damit nicht genug, stimmt die Sache mit dem Vater und dem Sohn auch für den Reiter. Vor zwei Jahren gewann der dreimalige Deutsche Meister und stolze Vater von Maurice, René Tebbel, mit Que Sera das sh:z-Youngster-Finale. Maurice Tebbel meinte: „Es ist prima, dass es das Finale nach wie vor gibt. Diese Prüfungen sind wichtig für die jungen Pferde.“ Ausschließlich sieben und acht Jahre alten Pferden gilt die Youngster-Tour. Für die internationalen Nachwuchspferde sind diese Starts bei großen Turnieren, wo alles lauter, bunter und anders als zu Hause ist, ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zum Grand-Prix-Pferd. Und Neumünsters Publikum sah reihenweise sehr gute Nachwuchstalente – übrigens auch im Sattel. Auf den Plätzen 2 und 3 fanden sich zwei Reiter/Pferd-Paare ein, die bereits in den ersten Qualifikationen auf sich aufmerksam machten. Christian Ahlmann, Weltranglisten-Dreizehnter aus Marl, wurde mit dem acht Jahre alten niederländischen Wallach Barco Zweiter. Bronze ging an Carsten-Otto Nagel aus Wedel mit der ebenfalls acht Jahre alten Stute Queen Windsor.rüsInternationale Zwei-Phasen-Springprüfung für sieben- und achtjährige Pferde – sh:z präsentiert: Finale Youngster Cup für Nachwuchspferde: 1. Maurice Tebbel (Emsbüren) mit Chacco’s Son 0,00 Fehlerpunkte/29,02 Sek.; 2. Christian Ahlmann (Marl) mit Barco 0,00/29,26; 3. Carsten-Otto Nagel (Norderstedt) mit Queen Windsor 0,00/30,18; 4. Thomas Voß (Schülp) mit Corin 0,00/30,57; 5. Emil Orban (Ungarn) mit La Vie 0,00/30,71; 6. Mylene Diederichsmeier (Norderstedt) mit Chamroi 0,00/31,24.

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