Trappenkamp : Masern: Einlasskontrolle an der Schule

Eltern müssen draußen bleiben:  Schulleiter Sven Teegen ist wegen eines Masernfalles vom Gesundheitsamt aufgefordert, strenge Einlasskontrollen vorzunehmen.
1 von 2
Eltern müssen draußen bleiben: Schulleiter Sven Teegen ist wegen eines Masernfalles vom Gesundheitsamt aufgefordert, strenge Einlasskontrollen vorzunehmen.

Nur wer eine Impfung oder Immunität nachweisen kann, darf die Dr.-Gerlich-Grundschule in Trappenkamp betreten. Das Gesundheitsamt ist vor Ort.

shz.de von
03. Juni 2014, 06:00 Uhr

Trappenkamp | Strenge Kontrollen gibt es zurzeit an der Trappenkamper Gerlich-Schule. Der Grund: Ein Schüler ist an Masern erkrankt. Die Krankheit ist meldepflichtig. Voraussichtlich noch bis zum 7. Juni wird es an der Dr.-Gerlich-Grundschule morgendliche Einlassüberprüfungen der Schüler geben. Nur wer geimpft ist, darf die Schule betreten. Zudem weisen rote Zettel an den Eingangstüren darauf hin, dass Eltern das Gebäude nicht betreten dürfen. Das Gesundheitsamt des zuständigen Kreises Segeberg hat das angeordnet.

„Innerhalb der Krankheitsentwicklung ist heute der erste kritische Ansteckungstag. Aufgrund der Inkubationszeit kann die Gefahr einer Übertragung bis zum Sonnabend nicht ausgeschlossen werden“, erläuterte gestern Boris Friege, zuständiger Arzt für den Infektionsschutz.

„Die Kollegen stellen per Liste sicher, dass nur Kinder das Schulgebäude betreten, bei denen die Impfungen beziehungsweise eine Immunität nachgewiesen ist“, erklärte Schulleiter Sven Teegen. Morgens werden zudem weiterhin Mitarbeiter des Gesundheitsamtes vor Ort sein, um im Zweifelsfall über den Schulbesuch zu entscheiden.
Aufgrund der Anordnung bildeten sich deshalb gestern zunächst lange Schlangen vor der Schule.

Allerdings kamen mehr als 40 der sonst 234 Schüler nicht zum Unterricht. „Es soll eine Meldung im Radio gegeben haben, wonach die Schule geschlossen ist. Davon war jedoch nie die Rede, und aus dem Ministerium gab es dazu keine Weisung“, berichtete der Rektor.

Protest gegen die strenge Einlassregelung gab es kaum. „Die meisten Eltern zeigten großes Verständnis. Ich habe hier heute Morgen nur gelassene Reaktionen erlebt“, führte Teegen weiter aus.

Alle jetzt in die Wege geleiteten Schritte sowie Hinweise zur Vermeidung einer Ansteckung waren bereits ab dem 23. Mai den Eltern per Brief sowie in einer Telefonkette bekannt gemacht worden. 16 der 24 Lehrkräfte verzichteten zudem am Freitag nach Himmelfahrt auf ihren Brückentag und ließen sich in der Schule per Blutuntersuchung testen, um die Unterrichtsversorgung sicherzustellen. „Das Kollegium hat hier super reagiert. Die ganze Schule hat sich gemeinsam auf den Montag vorbereitet“, lobte Teegen sein Team.

Lob hatte auch Boris Friege am Ende des Tages zu verteilen. „Die Eltern haben sehr einsichtig reagiert. Auch die ersten Nachimpfungen wurden uns bereits gemeldet. Diese Kinder müssen jedoch noch zu Hause bleiben, da die Immunität erst nach zirka 14 Tagen einsetzt“, erklärte er.
Die wachsende Meinung, dass es die Masern nicht mehr gibt, hält der Infektionsspezialist dabei für fatal. Dies beweisen auch die aktuellen Zahlen. Demnach sind im Kreis Segeberg seit März 17 bestätigte Fälle der hochansteckenden Infektionskrankheit bekannt. „Dies ist viel, denn in den Vorjahren waren es pro Jahr ein bis zwei Fälle. Die Steigerung ist nachweislich dem zunehmenden Verzicht auf die Impfung zuzuweisen“, sagte er. „Das Virus ist noch immer existent und wird es auch bleiben. Bei einer durchgeimpften Bevölkerung würde es jedoch lediglich einen Fall pro einer Million Einwohner geben“, so der Arzt abschließend.

Kommentar:

Der Tod droht

Nein, die scharfen Kontrollen an der Dr.-Gerlich-Schule in Trappenkamp sind keine Panikmache. Stattdessen handeln Schule und Gesundheitsamt absolut verantwortungsbewusst, wenn sie  ungeimpfte Kinder vom Unterricht ausschließen.  Denn   Masern sind eine gefährliche Krankheit, auch wenn das einige Impfmuffel  nicht wahrhaben wollen und somit die weitere Eindämmung verhindern.  Das einzig Harmlose an  Masern sind  die roten Punkte. So kann sich im Verlauf   das Gehirn entzünden. Bleibende geistige und körperliche Schäden können die Folge sein – oder der Tod.

von Dörte Moritzen

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen