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Reformations-Jubiläum : Martin Luther wird zum Opernstar

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Szenen aus dem Leben des Reformatoren wird in einem szenischen Oratorium mit 100 Sängern, Orchester und Solisten auf die Bühne gebracht

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2017 | 08:30 Uhr

Neumünster | „Maaar-tiiin – Maaar – tiii –nusss“: Im Wechsel rufen die Sänger des Anscharchores den Namen in hellem Sopran und tiefem Bass, es klingt erst sehnsüchtig, dann dramatisch. „Ja, das klingt schon ganz gut, aber bitte noch einmal“, sagt Sven Thomas Haase. Unter der Leitung des Kantors und Organisten der Anschargemeinde probt der Kirchenchor zurzeit ein besonderes Werk im Jubiläumsjahr der Reformation: die Luther-Oper. „Das ist einer der Höhepunkte im Luther-Jahr“, sagt Haase. Die Kirchenoper wird am Sonntag, 10. September, ab 19 Uhr in der Anscharkirche aufgeführt.

Die Initialzündung für die Idee gab Norbert Klose, der Dirigent des Cantica-Chores, der neben der Kantorei der Peter-Pauls-Kirche Hohenwestedt mitwirkt – insgesamt stehen rund 100 Sänger auf der Bühne, begleitet von einem Orchester und Solisten. „Die Solisten werden in historischen Gewändern agieren und so einen Teil in Szene setzen. Daher nennt man das auch szenisches Oratorium. So präsentieren wir das Leben Luthers in modernem Gewand“, so Haase. Komponiert hat die Oper, die 2005 in Wittenberg uraufgeführt wurde, der Heidelberger Dietrich Lohff.

Mitwirken wird auch ein Kinderchor, der zwei Auftritte hat – zum Einen als hüpfende Schar beim Ablasshandel („Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt“), zum Anderen beim Hochzeitsständchen für Martin Luther und die ehemalige Nonne Katharina von Bora.

Doch ehe es zum Happy End kommt, lassen die Akteure zwei Stunden lang das wechselvolle Leben Luthers Revue passieren. Im ersten Akt wird Luther im Kloster von Selbstzweifeln geplagt; im zweiten Akt trifft Luther auf Tetzel, der marktschreierisch die Ablassbriefe verkauft. Der dritte Akt dreht sich um die Konfrontation von Kaiser Karl V. und seiner Würdenträger mit Luther. Im vierten Akt kehrt Luther nach Wittenberg zurück. Das Finale am Ende der zweistündigen Aufführung schließt mit einem Hymnus auf die Liebe.

Als Rezitator konnte der Schauspieler und Kabarettist Hans Scheibner gewonnen werden. Er schlüpft in diverse Sprechrollen wie König Friedrich der Weise, Papst Leo X., Luthers Vater oder Tetzel, der Ablasshändler.

Gesucht werden noch Mitsänger (Chor-Erfahrung vorausgesetzt). Interessierte können einfach zur Probe donnerstags ab 19 Uhr im Anschar-Gemeindehaus, Am Alten Kirchhof 4, vorbeikommen oder sich bei Haase unter Tel. 400 119 anmelden. Der Vorverkauf beginnt vor den Sommerferien.

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