Boostedt Pilzsammler : Maronen sind gut getarnt

shz_plus
Das Körbchen ist gut gefüllt: Helmut und Beate Pöhle begutachten ihre gesammelten Pilze.
Das Körbchen ist gut gefüllt: Helmut und Beate Pöhle begutachten ihre gesammelten Pilze.

Riesenschirmpilz, Parasol, Goldröhrling: Beate und Helmut Pöhle aus Boostedt sammeln seit ihrer Kindheit.

Exklusiv für
shz+ Nutzer

shz.de von
12. Oktober 2018, 17:37 Uhr

Boostedt | Die Pilzsaison ist in vollem Gange. In diesem Jahr war es an vielen Orten einfach zu trocken, dennoch wurde das Ehepaar Beate und Helmut Pöhle aus Boostedt bei der Suche fündig..

,,Mein Mann hatte immer wieder an den Stellen geguckt, an denen wir in den letzten Jahren Pilze gefunden haben, aber bisher noch ohne Erfolg“, erzählte Beate Pöhle. Beide sind schon seit ihrer Kindheit mit dem Sammeln von Speisepilzen vertraut und haben das Hobby von ihren Eltern übernommen. Sie beginnen ihre Suche an einer Koppel und haben dieses Mal im Unterholz Erfolg: Gleich mehrere Parasolpilze stehen dort. Auch Riesenschirmpilz genannt, haben die gefundenen Exemplare Kappengrößen von 20 Zentimetern. Der helle, schuppige Hut sitzt auf einem dünnen Stiel mit einem derben Ring. Parasole gehören mit ihrem nussartigen Geschmack zu den beliebtesten Speisepilzen und werden auch bei Familie Pöhle paniert in der Pfanne zubereitet.

,,Damit an der Stelle auch wieder Pilze nachwachsen, soll der Pilz entweder möglichst weit am Ansatz herausgedreht oder mit dem Messer abgeschnitten werden. Ansonsten kann das
im Boden befindende Pilzmycel Schaden nehmen“, erklärt der Pilzkenner Helmut Pöhle.

Dann geht es in den Wald und auch dort finden die Pilzsammler essbare Sorten, zum Beispiel Rotfußröhrlinge mit einer matten, braunen Kappe auf einem rötlichen Fuß und Goldröhrlinge. Diese Pilze haben eine goldgelbe, feucht glänzende Kappe und einen gelben Stiel mit aufgefächerter Manschette. Viele Pilze haben eine Lebensgemeinschaft mit Pflanzen: Den Goldröhrling findet man zum Beispiel nur unter Lärchen.

Fast am Ende ihrer Suche entdecken Beate und Helmut Pöhle dann auch noch Maronen. Diese Pilzart ist im herbstlichen Wald zunächst schwer auszumachen, denn der Pilz hat eine dunkelbraune Kappe, darunter grünliche Röhren und einen bräunlich gemusterten Stiel. Gegen Fressfeinde ist er damit ideal getarnt. „Auffällig ist, dass wir keinen einzigen Steinpilz gefunden haben“, meint Pöhle. Nur für das Auge schön anzusehen gibt es viele bizarre Baumpilze und einige Fliegenpilze mit ihrem markanten roten Hut mit weißen Punkten. Die beiden passionierten Pilzsammler freuen sich am Ende, dass sie aus dem nah gelegenen Wald mit einem gut gefüllten Körbchen nach Hause zurückkehren. Gesammelt werden darf übrigens nur für den Eigenbedarf. Und Helmut Pöhle sagt auch deutlich: ,,Wenn man den Pilz nicht zu 100 Prozent zuordnen kann, sollte man ihn stehenlassen!“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen