Vicelinviertel : Marode Häuser bereiten Sorgen

Die Ribstein-Halle an der Anscharstraße soll neue Heimat der AJZ werden.
Die Ribstein-Halle an der Anscharstraße soll neue Heimat der AJZ werden.

Im Vicelinviertel hat sich viel getan, doch manche Anwohner bei der Stadtteilbeiratssitzung Stadtmitte waren dennoch unzufrieden.

shz.de von
13. Juni 2014, 08:30 Uhr

Neumünster | Das Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ für den Stadtteil Vicelinviertel soll fortgeschrieben werden. Das entschied der Stadtteilbeirat Stadtmitte am Mittwochabend auf seiner Sitzung. Damit werden voraussichtlich bis 2019 Erneuerungsmaßnahmen im Quartier gefördert. Der Abstimmung war eine Präsentation mit Diskussion vorausgegangen, die teilweise wenig harmonisch ablief.

Sabine Schilf vom Fachdienst Stadtplanung hatte in einer Präsentation vorgestellt, was bereits alles im Vicelinviertel verbessert wurde. „Es wurden private Flächen begrünt, es sind neue öffentliche Spielplätze entstanden, und das Bildungszentrum an der Kieler Straße wurde als Leuchtturmprojekt realisiert“, führte sie aus. Derzeit werden rund um Vicelinschule und Bildungszentrum der Schulhof und die Außenanlagen erneuert. Mit der Fortschreibung der Förderungen ist künftig geplant, die sogenannte Ribstein-Halle an der Anscharstraße zu erneuern, um dort eine Kinder- und Jugendeinrichtung sowie gewerbliche Flächen zu etablieren.

Der Abenteuerspielplatz an der Vicelinstraße soll ebenfalls erweitert werden. Des Weiteren soll an Kreuzungsbereichen und Straßen „der Eindruck des öffentlichen Raums aufgewertet werden“, hieß es. Man werde zum Beispiel prüfen, inwieweit eine Begrünung an der Christianstraße möglich sei. „Das ist bei dem jetzigen kargen Eindruck der Straße auch durchaus empfehlenswert“, sagte Sabine Schilf weiter.

Außerdem ist geplant, das Projekt Kibitz auszuweiten. Im Zuge dieses Projekts wurden einige Fassaden im Viertel künstlerisch aufgewertet. Man werde versuchen, Eigentümer zu erreichen, um auf den versiegelten Höfen im Stadtteil künftig eine stärkere Aufenthaltsnutzung zu erzielen. Die Idee sei noch nicht inhaltlich ausgearbeitet. Lautstark wurde es, als es um die Verwahrlosung durch leerstehende Häuser im Vicelinviertel ging. Manche der 15 Zuhörer monierten, dass viele Häuser im Vicelinviertel verkommen, zum Teil schon von der Natur zurück gewonnen wurden und warfen der Stadt vor, sie würde nicht alles in ihrer Macht stehende tun, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Nach Meinung der Kritiker soll die Stadt die jeweilige Eigentümer zwingen, bestimmte Arbeiten und Sanierungsmaßnahmen auf bestimmte Art und Weise auszuführen. Doch das ist schwierig. Denn: „Oftmals fehlt es den Eigentümern schlichtweg an finanziellen Mitteln. Und die Stadt kann nicht Privatleuten vorschreiben, welche Arbeiten und Sanierungsmaßnahmen sie zu machen haben“, entgegnete Sabine Schilf. Einige Zuhörer feindeten sich im weiteren Verlauf der Diskussion gegenseitig derart an, dass die Beiratsvorsitzende Antje Klein einschreiten und zu mehr Sachlichkeit mahnen musste, um wieder Ruhe in den Saal des Bildungszentrums zu bringen.

Beiratsmitglied Refik Mor schlug schließlich vor, dass Eigentümer besagter verwahrloster Häuser angeschrieben werden, um herauszufinden, was deren Ansicht nach passieren soll.



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