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Bau- und Vergabeausschuss : Marode Brücken sorgen für Diskussionen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vier von sieben Brücken sollen neu gebaut werden. Debattiert wurde über eine Gewichtsbeschränkung auf dem Tasdorfer Weg.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2016 | 08:15 Uhr

Neumünster | Sieben Brücken im Stadtgebiet sind marode und entsprechen großteils nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen. Das haben Prüfungen in diesem und im vergangenen Jahr ergeben. Für den Neubau von vier Brücken gab der Bau- und Vergabeausschuss am Donnerstagabend nach kontroverser Diskussion einen Planungsauftrag.

Es handelt sich um die Bauwerke Störwiesen und Krogredder über die Stör, Schützenstraße über die Schleusau sowie in Rencks Park über den Klostergraben. Hier soll nach dem Willen des Ausschusses wieder eine Holzbrücke errichtet werden, obwohl der Graben normalerweise kein Wasser mehr führt. Das sei architektonisch und stadthistorisch gegeben, meinten unter anderem Reinhard Ruge (FDP) und Karsten Schröder (SPD).

Auch die Brücke über den Dosenbek im Brachenfelder Gehölz möchte die Verwaltung gerne neu bauen und zugleich die Brückenklasse erhöhen, so dass auch schwerere Fahrzeuge sie nutzen können. „Wenn wir neu bauen, dann soll das hundert Jahre halten und auch dann noch für den Fahrzeugverkehr nutzbar sein“, begründete Ralf-Joseph Schnittker, Fachdienstleiter Tiefbau und Grünflächen, den Antrag. Das sah vor allem die CDU aber ganz anders. „Eine Erhöhung der Brückenklasse ist nicht erforderlich, da die Brücke von den Forst- und Landwirten gar nicht genutzt wird“, erklärte Helga Bühse. Der Ausschuss wies die Verwaltung an, dieses noch einmal zu überprüfen. Den Vorschlag, an der Niebüller Straße über den Bullenbek statt einer Brücke künftig einen Durchbruch zu bauen, nahmen die Kommunalpolitiker aller Fraktionen wohlwollend zur Kenntnis.

Lange diskutiert wurde hingegen über das Bauwerk am Tasdorfer Weg über den Dosenbek. Hier gebe es noch keine Sicherheitsbedenken, sagte Schnittker, da „die Brücke von Anfang an überdimensioniert geplant war“. Die CDU forderte, die bisherige Tonnenbegrenzung von 12 auf 40 anzuheben. Der Tasdorfer Weg sei eine Kreisstraße mit starkem Verkehr. „Da fahren ohnehin schon jetzt schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge“, merkte Helga Bühse an. Die Stadt soll nun prüfen, ob ein Ausbau sinnvoll ist. Dafür soll auch der Kreis Plön, der unmittelbar hinter der Brücke anfängt, mit ins Boot geholt werden. „Es macht ja keinen Sinn, wenn wir auf unserer Seite alles schick machen und ein paar Meter weiter die Fahrzeuge dann im Graben landen, weil die Straße dort marode ist“, sagte Karsten Schröder.

Die CDU scheiterte mit weiteren Anträgen, die eine Deckelung von Ausgaben und den Ersatzbau von reinen Fußgängerbrücken an allen relevanten Stellen vorsahen. „Über eine Fußgängerbrücke können keine Rettungsfahrzeuge. Wollen Sie, dass Menschen in Not nicht mehr geholfen werden kann?“, fragte Franka Dannheiser (SPD). „Fußgängerbrücken haben nach meiner Auffassung maximal eine Breite von einem Meter. Da können sich dann nicht einmal zwei Kinderwagen begegnen“, merkte auch Ralf-Joseph Schnittker an. Stadtrat Oliver Dörflinger erklärte, eine Deckelung der Ausgaben von Einzelmaßnahmen sei nicht zielführend. „Das Gesamtbudget für Brückenbauten ist ja bereits festgelegt und darf nicht überschritten werden. Wenn jetzt auch noch einzelne Objekte beschränkt werden, dann fehlt die Flexibilität“, sagte er. Wenn die Angebote der Baufirmen deutlich über den Kostenschätzungen liegen würden, könnte die Stadt eine Ausschreibung auch aufheben.


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