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Arpsdorf : Marlon Nuske engagiert sich für den europaweiten Klimaschutz

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Studenten wollen auf die Nutzlosigkeit des Emissionshandels hinweisen.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2015 | 11:45 Uhr

Arpsdorf | Gestern haben sich 751 gelöschte Emissionsrecht-Zertifikate auf den Weg zu ihrem Geburtsort, dem Europaparlament in Brüssel, gemacht. Die Absender heißen: Theresa Pohl, Matthias Edelmann, Eva Baier und Marlon Nuske. Letzterer stammt aus Arpsdorf und befindet zur Zeit im Rahmen seines Studiums in Washington DC.

„Unsere Aktion soll auf die Wertlosigkeit der Zertifikate aufmerksam machen“, berichtete Marlon Nuske per Mail. Im April 2014 hatte der 23-Jährige die Studenten Theresa Pohl, Matthias Edelmann und Eva Baier während eines Seminars zum Thema Klimawandel in Hamburg kennengelernt und feststellen müssen, dass die Vergabe von Emisionszertifikaten durch die EU ihren Zweck, nämlich den Kohlendioxid-Ausstoß energieintensiver Industrien innerhalb Europas zu verringern, verfehlt. „Zu Beginn des Emissionshandels 2005 wurde festgelegt, welches Unternehmen, wie viele Zertifikate bekommt. Die Unternehmen mussten diese Zertifikate nicht kaufen, sondern bekamen sie geschenkt. 499 Millionen Zertifikate wurden 2005 vergeben, aber nur 477 Millionen Tonnen Kohlendioxid wurden emittiert. Dadurch wurde innerhalb dieser Industrien natürlich kein Rückgang der Kohlendioxid-Emisssionen erreicht“, weiß Nuske zu berichten. „Die Zertifikate waren praktisch wertlos“, sagte der gebürtige Arpsdorfer. Daraufhin riefen die vier Studenten das Projekt „CO2 sparen für das Europaparlament“ ins Leben. Mit Hilfe von Spenden und der Unterstützung des Berliner Vereins „The Compensators“ kauften sie 751 Zertifikate, für jeden Europaparlamentsabgeordneten eines, löschten sie und schickten das Paket heute Richtung Brüssel. „Die Abgeordneten sollen endlich merken, wie schlecht es um den Emissionshandel steht, wenn selbst Studenten Zertifikate verschenken“, sagte Nuske.

12 800 Euro wäre ihr Paket noch 2011 wert gewesen. Vier Jahre später mussten die Studenten für die 751 Zertifikate nur noch 5200 Euro zahlen. „Durch den rapiden Preisverfall sehen Unternehmen keine Anreize Emissionen einzusparen. Aus unserer Sicht ist der Emissionsrechtehandel dringend reformbedürftig. Wichtig ist es jetzt, den Überschuss an Zertifikaten zu verringern und somit ihren Börsenkurs wieder ansteigen zu lassen“, finden Marlon Nuske und seine Mitstreiter. Einige Zertifikate wollen die vier Studenten persönlich an Politiker in Kiel, Dresden, Berlin und Hamburg übergeben. 


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