Wochenende : Marktschreier gegen Wochenmarkt

Tütenweise bringen die Marktschreier ihre Waren an den Mann oder die Frau.
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Tütenweise bringen die Marktschreier ihre Waren an den Mann oder die Frau.

Nach drei Jahren kehren die Marktschreier auf den Großflecken zurück - und müssen am Sonnabend gegen den regulären Wochenmarkt antreten

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27. Mai 2015, 07:00 Uhr

Neumünster | Am Wochenende kommen die Marktschreier zu ihrem traditionellen jährlichen Besuch nach Neumünster. Im Gegensatz zu den vergangenen drei Jahren preisen sie ihre Waren aber nicht auf dem Kleinflecken an, sondern auf dem Großflecken. Damit kommt es dann am Sonnabend zu einer Konkurrenzsituation mit den Beschickern des Wochenmarktes.

Der findet wie immer von 8 bis 14 Uhr auf dem Südteil des Großfleckens statt. Von 9 bis 20 Uhr stehen auch Käse-Mika, Wurst-Jan, Keks-Ronny, Nudel-Ralli und Blumen-Jan auf dem nördlichen Teil (in Richtung Karstadt) auf ihren Wagen. In den Sortimenten gibt es erhebliche Überschneidungen, so dass die Kunden die Auswahl haben. Die Marktschreier sind auch am Sonntag von 11 bis 20 Uhr wieder da.

Hauptgrund für den Umzug dürfte die Naschköste sein, die am Freitag und Sonnabend von 14 bis 22 Uhr den Kleinflecken belegt (der Courier berichtete). Da dort bereits von heute an aufgebaut wird, ist schlicht kein Platz für die großen Lkw der „Schreihälse“. Die waren in den vergangenen Jahren aber auch zunehmend unzufrieden, weil ihnen auf dem Kleinflecken das Publikum fehlte und sie schlechte Umsätze machten; besonders mies war es 2014 (der Courier berichtete).

Die Marktschreier, auch „Rappos“ genannt, kommen mit lockeren Sprüchen daher und bringen ihre Waren tüten- und bündelweise unter das Volk – mehr oder weniger zu Schleuderpreisen. Die Zunft gibt es schon seit dem Mittelalter; darum handeln die Männer nach eigener Einschätzung in guter alter Tradition. Mit ihren losen Mundwerken und gegenseitigen Neckereien lockern sie die Stimmung auf. Neben den Lebensmittel- und Pflanzensortimenten bringen sie auch Marktstände mit, an denen es Mode, Uhren, Parfum, Haushaltswaren und anderes zu kaufen gibt. Außerdem haben sie eigene Wagen mit Getränken und Essen dabei.

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