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Holsteinischer Courier

13. Dezember 2017 | 10:35 Uhr

Boostedt : Marina Weber denkt nicht an Rücktritt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bürgermeister Hartmut König appellierte an seine zweite Stellvertreterin.

Boostedt | Mit einem persönlichen Appell forderte Bürgermeister Hartmut König (CDU) Gemeindevertreterin Marina Weber am Ende der Sitzung der Boostedter Gemeindevertretung vorgestern Abend zum Rücktritt von ihrem Posten als zweite stellvertretende Bürgermeisterin auf.

Dies war bereits der zweite Vorstoß (der Courier berichtete), die mittlerweile fraktionslose Marina Weber (vormals Freie Wähler Boostedt, FWB) zu einem Rücktritt zu bewegen. Hintergrund dieses Mal: Gegen die Zahlung einer Geldstrafe wurde ein Gerichtsverfahren gegen Marina Weber eingestellt. Sie hatte sich wegen des Verdachts der Vortäuschung einer Straftat vor dem Amtsgericht Neumünster verantworten müssen (der Courier berichtete).

„Sie sind eine gewählte Gemeindevertreterin und diese Position will Ihnen auch keiner nehmen. Ich fordere hier auch keine Abwahl. Aber Sie sollten sich aufgrund der gegebenen Umstände überlegen, ob es für Sie richtig ist, dieses Amt weiterhin auszuüben“, sagte König. Die Szene wurde von Ehemann Ronald Weber per Mobiltelefon gefilmt. Der Bürgermeister forderte ihn auf, das Filmen sofort einzustellen und die Aufnahmen auch in keiner Weise zu veröffentlichen.

„Ich sehe, wie viele Menschen diese Situation bewegt. Und für mich und Helga Heine (SPD, erste stellvertretende Bürgermeisterin) ist diese Situation belastend, da wir Sie aufgrund des Vertrauensverlustes nicht mehr bei vertraulichen Gesprächen oder auch zu Geburtstagsbesuchen einsetzen können. Gehen Sie in sich, damit wir hier eine geschmeidige Lösung finden“, legte er Marina Weber nahe.

Marina Weber hingegen sah das völlig anders. „Sie tun ja gerade so, als ob ich verurteilt worden wäre. Das Verfahren ist eingestellt. Ich bin nicht vorbestraft. Deshalb gibt es für mich keinen Grund zurückzutreten“, erklärte sie.

In den Reihen der anderen Gemeindevertreter herrschte nach diesem Schlagabtausch Schweigen. Weder von der CDU noch aus der SPD-Fraktion wurde diese Situation kommentiert.

Begonnen hatte die Sitzung mit dem ebenfalls seit Langem in der Gemeinde diskutierten Thema des Breitbandausbaus für das schnelle Internet. 2013 hatten die Stadtwerke Neumünster nicht genügend Anschlüsse akquirieren können, und bisher wurde kein neuer Anbieter gefunden. Von den 2000 Boostedter Haushalten gelten jedoch nach den aktuellen Standards rund 800 Haushalte als unterversorgt. Hier will nun der Wege-Zweckverband (WZV) einsteigen, um die Versorgungslücken im ländlichen Raum des Kreises mittels eines neuen Förderprogramms des Bundes zu schließen (der Courier berichtete). Vorgestellt wurden die Vorgehensweise dabei von Nis Nissen (WZV). „Sie übertragen diese Aufgabe per Vertrag an uns. Wenn die Fördergelder fließen, werden der WZV, die Stadtwerke Neumünster als zukünftiger Betreiber des Netzes und die Gemeinde gemeinsam festlegen, wo der Ausbau erfolgen soll. Und schließlich gilt es dann, die notwendige Anschlussquote zu erreichen“, erklärte er.

Nach Unterbrechung der Sitzung fasste die Vertretung schließlich mehrheitlich den Beschluss, den WZV mit der Aufgabe der Breitbandversorgung zu betrauen. Außerdem wurden die Ingenieursleistungen (117 000 Euro) und der Auftrag für die anstehende Sanierung der Straße Twiete für 825 000 Euro vergeben.  

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