zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

23. Oktober 2017 | 12:38 Uhr

Boostedt : Marina Weber bleibt im Amt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Abstimmung erfolgte schnell und ohne Diskussion. Die Ausleihe in der Bücherei wird nun doch nicht teurer.

shz.de von
erstellt am 01.Apr.2015 | 07:00 Uhr

Boostedt | Die „Weber-Frage“ hatte die gesamte Boostedter Gemeindevertretung im Vorfeld beschäftigt und für viel Gesprächsstoff gesorgt. Doch auf der Sitzung vorgestern Abend wurde das Thema ohne Diskussion und schnell abgehandelt. Fazit: Marina Weber (FWB) bleibt zweite stellvertretende Bürgermeisterin.

Erwartet wurde vom rund 20-köpfigen Publikum insbesondere die Entscheidung zum Antrag der CDU-Fraktion, die zweite stellvertretende Bürgermeisterin Marina Weber (FWB) aus ihrem Amt abzuberufen (der Courier berichtete). So etwas hatte es in Boostedt bisher noch nicht gegeben. „Wir haben diesen Antrag gestellt, da das Vertrauensverhältnis zu Frau Weber in erheblichem Maße erschüttert ist“, hatte Wolfgang Brückner, CDU-Fraktionsvorsitzender, vorab erklärt. Auslöser der Streitigkeiten waren öffentliche Äußerungen von Marina Weber zur Verunglimpfung ihrer Person im Internet. Zunächst war davon auszugehen, dass auch die SPD die Abwahl von Marina Weber stützen würde. Doch dann teilte die SPD-Fraktion mit, dass der FWB-Politikerin keine Pflichtverletzungen in der Ausübung des Amtes vorzuwerfen seien. Auch habe sie der Gemeinde keinen Schaden im Sinne von Rechtsverstößen zugefügt. Deshalb sehe die SPD davon ab, dem CDU-Antrag zu folgen. Und so passierte es auch auf der Sitzung vorgestern Abend.

Letztlich ging es dann sehr schnell. Nach dem Verlesen des Antrags, in dem keine Begründung ausgeführt wurde, und ohne weitere Diskussion votierten die 17 Gemeindevertreter mit einem Patt von acht zu acht Stimmen, bei der Enthaltung von Helga Heine (SPD). Damit galt der Antrag als abgelehnt und Marina Weber bleibt im Amt der stellvertretenden Bürgermeisterin.

„Das ist eine demokratische Entscheidung. Dann müssen wir jetzt sehen, wie wir die Arbeit jetzt hinkriegen“, kommentierte einzig Bürgermeister Hartmut König (CDU) das Wahlergebnis.

Marina Weber selbst wollte nicht viel zu dieser Entscheidung sagen. Dennoch merkte sie an, dass sie zu keinem Zeitpunkt ihr Amt in der Öffentlichkeit missbraucht habe. „Den Umgang mit mir und meiner Person sowie die Vorwürfe, ich wäre süchtig nach Öffentlichkeit, fand ich daneben. Ich habe nichts Unrechtes getan. Der Antrag hat nur Unruhe gebracht“, erklärte sie.

Als Posse bezeichnete dagegen der ehemalige Gemeindevertreter Jens-Peter Bey die Sitzung. „Es kann doch nicht sein, dass hier der ‚Weber-Aufstand‘ plötzlich nicht stattfindet, und es keinerlei Erklärungen für die Bürger dazu gibt“, sagte er.

Zum Ende der Sitzung sorgte dann noch ein anderes FWB-Mitglied für Unruhe: Carmen Eitner (FWB) griff Bürgermeister Hartmut König an. „Es ist unverantwortlich, dass der Bürgermeister den Datenschutz verletze, indem er persönliche Daten weiterleite“, warf sie ihm im Zusammenhang mit einer, von König an Marina Weber gesendeten E-Mail vor. Darin sei sie namentlich benannt und dies sei für sie inakzeptabel. Die Sache wurde dann im nicht-öffentlich Teil der Sitzung ausdiskutiert.
  Außerdem ging es um die Gemeindebücherei: Die Gebühr von jährlich zehn Euro für Erwachsene bleiben zunächst bestehen. Im Finanzausschuss war eine Erhöhung auf 15 Euro diskutiert worden, da Boostedt sich der Online-Ausleihe „Onleihe zwischen den Meeren“ anschließen wird, die mit Zusatzkosten in Höhe von 2300 Euro zu Buche schlägt. Letztlich entschieden sich die Gemeindevertreter gegen eine sofortige Erhöhung. Allerdings steht diese unter Umständen im nächsten Jahr ins Haus, wenn die Ausleihe digitaler Medien bei den Nutzern gut ankommt.

Ohne große Diskussion genehmigten sich die Gemeindemitglieder Geld aus der Gemeindekasse für die Beschaffung moderner IT-Technik. Hier erhalten die Fraktionen nun gegen Nachweis jährlich je 100 Euro pro Mandatsträger, Fraktionsmitglied sowie bürgerlichem Vertreter, zum Beispiel für neuste Handys und Tablets. Für die Stellvertreter können zukünftig 50 Euro geltend gemacht werden.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen