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Holsteinischer Courier

24. September 2017 | 08:50 Uhr

Marienklage kam gut an

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Kantorei Gadeland gab ein besonderes Konzert

von
erstellt am 16.Apr.2014 | 13:22 Uhr

Sakrale Gesänge in lateinischer Sprache in einer Kirche zu hören, das ist nicht ungewöhnlich. Wenn dann aber in einer evangelischen Kirche Aramäisch, Hebräisch und Griechisch gesungen und von einem Schlagzeug begleitet wird, ist das ein besonderes Ereignis. Das nahmen auch die rund 200 Besucher der Erlöserkirche in Gadeland an, die sich am Palmsonntag erwartungsfroh zur Stabat-Mater-Aufführung des Komponisten Karl Jenkins eingefunden hatten.

„Ich bin hier, weil es mal etwas anderes ist als die üblichen Bach-Stücke“, sagte beispielsweise die Zuhörerin Birgit Glatz aus Plön. Das „Stabat mater“ ist eine berühmte Marienklage aus dem Mittelalter, in dem Maria am Kreuz stehend ihren Sohn beweint. Der Filmmusiker Karl Jenkins hat Verse in alten und neuen Sprachen kombiniert, religiöse Texte an nicht-religiöse gesetzt, Jazz-Harmonien mit kirchlichen Elementen verbunden.

„Wir haben uns an Musik gewagt, die ein großes symphonisches Aufgebot braucht. Das Werk mit unserer kleinen Besetzung und unserem Chor zu erarbeiten, das war dabei die Herausforderung“, erläuterte die Chorleiterin und Initiatorin Maike Zimmermann. Das kleine Orchester bestand aus Musikerkollegen von Maike Zimmermann, die sich für diesen Zweck zusammengefunden hatten. Es sang die Kantorei Gadeland.

Das Ergebnis der dreimonatigen Arbeit beeindruckte: Selbst ohne das Programm mit deutscher Übersetzung zu lesen, konnte man sich der dem Werk innewohnenden Trauer nicht entziehen. Die Wucht des raumfüllenden Chores, die klagenden Töne der Streicher, die von den Tiefen der Hörner und den kräftigen Klängen des Klaviers gesetzten Akzente, der Rhythmus des Schlagzeugs und die warme Altstimme der Solistin Fiorella Hincapie vereinigten sich auf berührende Weise.

„Das hat mir sehr gut gefallen. Gerade natürlich zur Osterzeit ist das Werk passend. Mir gefiel die musikalische Begleitung, besonders die Percussion“, erzählte Inge Schulz aus Neumünster bewegt. Applaus gab es erst zum Schluss, aber dann reichlich. Die Zuhörer erhoben sich und dankten allen Beteiligten lange.

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