Wochenmarkt-Umzug : Manche Händler fürchten ein dickes Minus

Händler Klaus Wischniewski und Ehefrau Britta sehen die Stadt in der Pflicht: „Die SWN-Baustelle und die Umgestaltung des Großfleckens müssen so koordiniert werden, dass für die Händler keine weitere Verzögerung eintritt. Sonst könnte das einige die Existenz kosten.“
Händler Klaus Wischniewski und Ehefrau Britta sehen die Stadt in der Pflicht: „Die SWN-Baustelle und die Umgestaltung des Großfleckens müssen so koordiniert werden, dass für die Händler keine weitere Verzögerung eintritt. Sonst könnte das einige die Existenz kosten.“

Der Wochenmarkt zieht ab Freitag wegen der Bauarbeiten auf den Kleinflecken / Geteiltes Echo bei Händlern und Kunden

shz.de von
01. März 2017, 08:15 Uhr

Neumünster | Ab Freitag wird der Wochenmarkt aufgrund der monatelangen Bauarbeiten der Stadtwerke am Fernwärmenetz dienstags und freitags auf den Kleinflecken umziehen (der Courier berichtete). Werden die Kunden mit umziehen, was erwarten die Händler? Der Courier hat sich gestern umgehört.

Skeptisch ist der langjährige Obst- und Gemüsehändler Klaus Wischniewski (55): „Wir müssen zwangsmäßig umziehen, Neumünster ist unser Hauptstandort. Aus Erfahrung wissen wir, dass es auf dem Kleinflecken Einbußen von bis zu 50 Prozent gibt. Das kostet die Händler richtig Geld. Wir sind ja nicht umsonst auf den Großflecken gezogen.“ Auf dem Kleinflecken fehle die Laufkundschaft: „Dieses Jahr wird den Wochenmarkt auf eine Probe stellen, ob er überhaupt bleibt.“ Er sieht die Stadt in der Pflicht: „Wir erwarten, dass die Planungsgruppe der Stadt die Neugestaltung so mit der SWN-Baumaßnahme koordiniert, dass für die Händler keine weitere Verzögerung eintritt.“

Konsequenzen zieht Stefan Remter (53), Chef der Gärtnerei Dequin-Remter aus Westerhorn bei Barmstedt: Er wird seine Blumen nur noch dienstags anbieten, stattdessen einen Markt in Kaltenkirchen beschicken: „Auf dem Kleinflecken läuft es immer schlechter, der Freitag lohnt nicht bei uns. Außerdem weiß man nicht, wie danach die Bauphase der Umgestaltung verläuft.“

Kämpferisch-optimistisch dagegen gibt sich Dirk Strobel (47), Betriebsleiter beim Kartoffelbauern Rainer Koopmann aus Aukrug: „Wir müssen uns anpassen, es gibt immer eine neue Chance. Ab Freitag beginnt eine neue Zeitrechnung. Wir bieten Qualität. Wenn die Leute unseren Spargel haben wollen, kommen sie auch auf den Kleinflecken. Am schlimmsten ist für Kunden der ständige Wechsel.“

Der Markt am Sonnabend bleibt auf dem Großflecken.

 

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