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Wasbek : „Manche Bilder konnte ich nicht ertragen“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

140 Besucher hörten sich den Vortrag von Dr. Gerd Bunzel über seinen Einsatz als Arzt in Indien an.

Wasbek | In bestürzte Gesichter schaute man am Mittwochabend im Kühls Gasthof, als der Wasbeker Dr. Gerd Bunzel am Mittwochabend über seinen Aufenthalt in Howrah, einem Vorort von Kalkutta, erzählte. 140 Besucher aus Wasbek und Umgebung versuchten, die erschreckenden Bilder auszuhalten, die der Arzt während seiner medizinischen Arbeit im indischen Slum festgehalten hat (der Courier berichtete).

„Ich bin sehr bewegt. Vermutlich werde ich heute Nacht nicht schlafen können. Manche Bilder konnte ich nicht ertragen“, sagte Herbert Alfs, der extra aus Boostedt nach Wasbek gekommen war. Von Wunden zerfressene Körperteile, in die sich Würmer eingenistet haben, nässende Hautentzündungen, riesige Eiterbeulen, lepraverstümmelte Hände, vom Hunger ausgezehrte Körper – Gerd Bunzel hat im vergangenen Sommer für europäische Verhältnisse Unfassbares gesehen. Sechs Wochen war der Arzt mit der Organisation „German Doctors“ unter den Ärmsten der Armen und hat geholfen.

„Mich interessiert, wie die Menschen mit den Schmerzen umgehen, die müssen doch wahnsinnig werden ohne Behandlung“, fragte Karl-Heinz Szellas aus Wasbek den Mediziner. Die Boostedterin Helga von Schrader stellte fest: „Der Vortrag hat wieder einmal deutlich gemacht, wie gut es uns doch geht und über was für Lappalien wir jammern. Gerd Bunzel ist Rentner und könnte schöne Reisen unternehmen, dass er diese Hilfe leistet, finde ich sehr sozial.“

Das war bereits der vierte Einsatz des Wasbekers für „German Doctors“: „Es sind der Wille zu helfen sowie die Lust aufs Abenteuer, was mich antreibt. Außerdem kann ich meinen Sachverstand weiterhin einsetzen.“

Für Herbert Alfs war nach dem Vortrag klar: „Ich habe den Wunsch entwickelt, die Organisation zu unterstützen. Man kann mit wenig Geld dort so viel Leid lindern.“ Gerd Bunzel genießt das Glück, in Deutschland geboren zu sein: „Immer, wenn ich aus dem Flugzeug aussteige und deutschen Boden unter den Füßen habe, bin ich von tiefer Dankbarkeit erfüllt.“ 


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