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Daniel Günther : „Man muss dann auch mal sagen: Es reicht“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vor dem Termin am Wahlkampfstand auf dem Kuhberg hat Daniel Günther sich in der ehemaligen Rantzau-Kaserne in Boostedt umgesehen, danach sprach er mit dem Courier.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2015 | 18:02 Uhr

Neumünster | Welchen Eindruck haben Sie von der Lage in der Boostedter Flüchtlingsunterkunft?

Es wirkt alles gut organisiert und entspannt. Helfer, Ärzte und Polizisten haben sehr viel zu tun, beklagen sich aber nicht. Auch die Flüchtlinge wirkten entspannt, viele haben nett gegrüßt.

Und was sagen die Boostedter Kommunalpolitiker?

Für die steht auch noch immer im Mittelpunkt, den Menschen zu helfen. So scheint die große Mehrheit der Boostedter zu denken. Die tolle Arbeit des ,Willkommenskreises‘ und das Engagement der Bürger haben mich stark beeindruckt, ebenso wie die klasse Arbeit der Kommunalpolitiker mit Bürgermeister König an der Spitze. Aber mit der Kommunikation durch die Landesregierung können die Boostedter nicht wirklich zufrieden sein.

Was heißt das konkret?

Naja, man hatte ihnen maximal 500 Flüchtlinge zugesagt. Jetzt sind es schon 2000, und niemand weiß wirklich, wie viele es noch werden. Da kann ich die Boostedter sehr gut verstehen.

Gab es denn konkrete Bitten an Sie?

Ja, wir mögen ihnen bitte helfen, dass der Zustrom nicht noch zunimmt. Sonst kommt die stärkste Willkommenskultur irgendwann nicht mehr mit. Die Stimmung ist positiv, aber auch in Boostedt gründet sich eine Bürgerinitiative gegen noch mehr Flüchtlinge, und bei Facebook und in anderen Netzen werden sehr viele Gerüchte und auch Lügen verbreitet. Ich glaube, die Boostedter haben mehr Angst vor wütenden Rechten aus anderen Städten als vor den Flüchtlingen.

Konnten Sie denn etwas zusagen?

Wir werden uns im Landtag auf jeden Fall dafür einsetzen, dass nicht noch mehr Flüchtlinge nach Boostedt kommen. Und das gilt auch für Neumünster.

40 Prozent aller Flüchtlinge in Erstaufnahmeeinrichtungen in Schleswig-Holstein leben in Neumünster, mit Boostedt zusammen sind es 55 Prozent.

Ja, und da muss man dann auch mal sagen: Es reicht. Ich finde es abwegig zu planen, Neumünster und Boostedt jetzt auch eine dauerhafte Unterbringung zuzumuten. Was die Landesregierung da vorhat, geht nicht – zumindest bis die ehemalige Scholtz-Kaserne wieder ,normal‘ belegt ist und nicht um bis zu 200 Prozent überbelegt.

Stehen Sie in dieser Sache in Kontakt mit der Stadtverwaltung?

Ja, natürlich. Und ich habe OB Tauras auch zugesagt, dass ich mich im Landtag dafür einsetzen werde.

 

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