Man kann es auch übertreiben

Zum Jugendhilfeausschuss

shz.de von
22. August 2013, 10:35 Uhr

Niemand wird heute noch öffentlich Jugend- oder Frauenpolitik wie Bundeskanzler Gerhard Schröder 1998 als „Gedöns“ abtun. Aber man kann die Gleichstellung auch übertreiben. Bei der Besetzung des Jugendhilfeausschusses sollte die fachliche Qualifikation im Vordergrund stehen und nicht das Geschlecht der Ausschussmitglieder. Aus gutem Grund ist das Gremium daher deutlich größer als andere Ausschüsse der Ratsversammlung und eben nicht nur nach Parteienproporz besetzt. Die „Politiker“ sind sogar in der Minderheit. Hier arbeiten die Fachleute – ob nun mit Sitz und Stimme oder „nur“ in beratender Funktion spielt eigentlich keine große Rolle. Manche sind wie die Leitungen von Jugendamt und Allgemeinem Sozialen Dienst sogar von Amts wegen gesetzt. Dass jetzt ein „Quoten-Mann“ gesucht wird, weil der Ausschuss zu viele Expertinnen hat, ist geradezu blödsinnig. Und was passiert, wenn Ausschussmitglieder in der laufenden Legislatur ausscheiden oder im Jugendamt eine Frau die Leitung übernimmt? Dann geht der Zirkus von vorne los.

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