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Holsteinischer Courier

18. November 2017 | 17:08 Uhr

„Man holt sich die Welt nach Hause“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Familie Marckmann-Dohse aus Aukrug gibt Austauschschülern ein Zuhause. Momentan ist Taru zu Besuch.

shz.de von
erstellt am 14.Jun.2015 | 09:00 Uhr

Aukrug | Taru kommt aus Finnland. Seit August vergangenen Jahres lebt die Austauschschülerin aus Helsinki in Aukrug-Böken. Von der Metropole ins Dorf? Für Taru kein Problem. Die 18-Jährige hat sich laut ihrer Gastmutter Ute Marckmann „toll integriert“ – sowohl in der Gastfamilie, als auch in ihrem Umfeld.

So stand Taru Ende Mai als Akteurin des Jugendtheaterclubs Neumünster auf der Bühne in der Stadthalle, spielt seit neun Monaten aktiv Fußball in der Frauenmannschaft des TSV Aukrug, trifft sich nachmittags mit ihren Schulkameraden von der Klaus-Groth-Schule und ist an den Wochenenden oft unterwegs. „Taru ist die Selbstständigste der drei Austauschschüler, die wir bis jetzt in der Familie hatten“, erzählte Ute Marckmann.

Angefangen hatte die „Karriere“ als Gasteltern, als der älteste Sohn Jesko vor drei Jahren auszog, um zu studieren. „Da wir nun ein Zimmer frei hatten, entstand die Idee, einen Gastschüler aufzunehmen. Meine Tochter Silja war sofort Feuer und Flamme. Schließlich hatte sie selbst als Austauschschülerin ein Jahr in Kanada gelebt und wusste, welche Erfahrungen und Herausforderungen für alle Beteiligten entstehen“, sagte Ute Marckmann. Über die gemeinnützige Jugendaustauschorganisation Youth For Understanding (YFU) wurde Carla aus Mexiko für ein Jahr Mitglied der Familie Marckmann-Dohse in Aukrug-Böken. Carla und Silja wurden beste Freundinnen. Als Carlas Jahr um war, verließ auch Silja ihr Elternhaus, um eine Ausbildung zu machen. Zurück blieb Felix, der Jüngste.

„Eigentlich wollte ich erst einmal eine Pause einlegen, denn es dauert vier bis sechs Wochen, bis sich alle neuen und alten Familienmitglieder aneinander gewöhnt haben,“, sagte Ute Marckmann. „Aber Felix hat so lange gedrängelt, bis mein Mann und ich einem neuen Austauschschüler zustimmten. Zwei Monate nach Carlas Abschied zog Nao ein. Der Japaner sprach kein Wort deutsch, war aber Experte in Sachen elektronische Medien und Besitzer diverser Konsolen und Sprachcomputer – sehr zur Freude des zehnjährigen Felix, der sich von Anfang an wunderbar mit Nao verstand.

„Man holt sich die Welt nach Hause und schließt Freundschaften rund um den Globus“, beschreibt Ute Marckmann ihre Erfahrungen als Gastmutter. Ein Jugendaustausch sei eine große Bereicherung für alle Beteiligten. „Wir werden Taru vermissen, wenn sie Ende Juni nach Finnland zurück fährt“, sagte die Aukrugerin. „Ich komme zu Besuch“, versprach die Finnin, „Deutschland ist nicht weit weg“.  

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