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Ehrenamt : „Man bekommt ein Lächeln zurück“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Susanne Heinrich (60) engagiert sich jede Woche im Kleiderhaus des Deutschen Roten Kreuzes am Haart für Flüchtlinge

Neumünster | Die fünfte Ehrenamt-Messe findet am Sonnabend, 19. März, von 11 bis 16 Uhr unter dem Motto „Miteinander. Vielfalt. Leben“ statt. 54 Gruppen, Vereine und Verbände präsentieren in der Stadthalle mit über 70 Projekten die Vielfalt der Möglichkeiten, sich zu engagieren. Der Courier stellt im Vorfeld beispielhaft drei Ehrenamtliche vor. Heute: Susanne Heinrich, Helferin im DRK-Kleiderhaus.

Als Susanne Heinrich im vergangenen Jahr von ihrem Arbeitsplatz im Finanzamt die nicht enden wollenden Ströme von Flüchtlingen über den Bahnhofsvorplatz ziehen sah, bewegte sie das. „Sie waren so erschöpft, müde und zerstrubbelt, trugen Plastiktüten. Da habe ich beschlossen, dort zu helfen“, sagt die 60-Jährige. Seit Oktober ist die Gadelanderin jeden Mittwochnachmittag im DRK-Kleiderhaus am Haart aktiv – als eine von 30 Ehrenamtlichen, die Kleider, Koffer, Spielsachen und Kosmetika in Empfang nehmen, sortieren, säubern und an die Flüchtlinge ausgeben.

Für ihr Engagement war eines wichtig: „Es sollte etwas Unbürokratisches und etwas Unpolitisches sein, eine humanitäre Aufgabe. Ich hätte keine Lust auf Diskutieren, sondern ich will etwas Praktisches tun, nicht so verkopft – auch als Ausgleich zu meiner Arbeit mit Computern und Akten.“ Sie sortiert die Spenden, und auch wenn alles unbürokratisch zugeht, ist doch viel Papierkram zu erledigen. „Ich organisiere gerne und schaue, was fehlt, bringe Ordnung in das System, drucke Zettel.“ Denn damit die Ausgabe funktioniert, müssen Kleider und Schuhe in den Größen erkennbar sein, es muss Nachschub organisiert werden. Sie steht dabei in engem Kontakt mit dem Lager der Kieler Flüchtlingshilfe.

Auch wenn Sachen zurückkommen, müssen sie ordentlich wegsortiert werden. Sie fand es erschreckend, was den Flüchtlingen alles fehlt: „Es ist wirklich das Grundlegende, es gab sogar mal einen BH-Notstand, und Kopftücher fehlten auch. Von dem bisschen Taschengeld können sie sich diese Dinge nicht leisten.“

Susanne Heinrich schätzt das Betriebsklima: „Das ist hier eine tolle Truppe. Fast jeder ist noch berufstätig, und jeder macht das, was er am besten kann.“ Wichtig ist eine gute Kommunikation untereinander. Jeder kann hier Vorschläge machen, was zu verbessern ist. „Es ergeben sich ganz neue Kontakte. Wir versuchen hier etwas zu bewegen. Der Lohn ist, wenn man sieht, wie sich die Familien freuen oder wenn ein kleines Kind die ersten Schuhe bekommt. Das ist berührend, man tut etwas Gutes, und es macht Spaß. Man bekommt ein Lächeln zurück.“ Ein Ehrenamt zu haben, bringe einen neuen Sinn in ihr Leben: „Auch wenn ich mal in Rente bin, kann ich doch nicht nur im Garten werkeln, so mache ich etwas Hilfreiches.“

In ihrem Bekanntenkreis wirbt Susanne Heinrich um Spenden: „Wenn man in persönlichem Kontakt steht, wissen die Spender, dass es richtig ankommt, und es müssen nicht immer die großen Kartons sein. Viele wissen nicht, dass auch kleine Spenden helfen – auch Gürtel, Handtaschen, Accessoires sind willkommen.“

Wer sich engagieren möchte, nimmt Kontakt zu Sabine Krebs beim DRK auf: Tel. 419123.

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erstellt am 17.Mär.2016 | 08:00 Uhr

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