Nachruf : Maler und Musiker Kurt Schulzke gestorben

Kurt Schulzke starb am vergangenen Samstag nach längerer Krankheit im Alter von 67 Jahren.
Kurt Schulzke starb am vergangenen Samstag nach längerer Krankheit im Alter von 67 Jahren.

Der Maler und Musiker zählte zu den namhaftesten Portrait- und Pop-Art- Künstlern Deutschlands.

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27. Dezember 2017, 07:00 Uhr

Neumünster | „Dein Gesicht ist die Landschaft Deiner Seele.“ Dieses Zitat stellte Kurt Schulzke ans Ende der Vita und als künstlerischen Leitspruch auf seine Homepage. Darüber ein Porträt Klaus Kinskis. Mit Bildern wie diesem, dem von ihm initiierten Nord Award, seiner im Jahr 2014 gemeinsam mit Ehefrau Astrid eröffneten Galerie Kunstblick und seiner Musik machte sich der Mann mit der kleinen roten Brille einen Namen weit über Neumünsters Grenzen hinaus. Am 23. Dezember ist Kurt Schulzke überraschend im Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster gestorben.

In Hamburg am 15. Januar 1950 geboren, kam Kurt („Kusch“) Schulzke über eine Ausbildung zum Werbegestalter, Siebdrucker und einem Studium zum Grafik-Designer zur Kunst. Besonders die Portrait- und Aktmalerei standen im Mittelpunkt seines Schaffens. Die Begegnung mit Andy Warhol 1972 war ein entscheidender Wendepunkt für seinen künstlerischen Ausdruck.

1973 gründete er die Band „Schulzkes Skandaltrupp“. Als einer der Pioniere der „Hamburger Szene“ machte Kurt Schulzke sich nicht nur als Pianist einen Namen. Er gestaltete Happenings in den damals entstehenden Szeneläden. Auf der Hamburger Binnenalster installierte er mit seinen Mannen beispielsweise die „Transportable Südseeinsel“ – ein Symbol für die damalig wilde Zeit. Aus der Symbiose Musik und Malerei entstand seine „Rock’n-Art“.

Kurt Schulzke gehörte in den 70er-Jahren als Pianist zur „Hamburger Szene“ rund um das „Onkel Pö“ und die „Fabrik“ und hatte zahlreiche TV-Auftritte mit seiner Musikgruppe „Schulzkes Skandaltrupp“. Zeitweise lebte Schulzke auf Mallorca und betrieb dort ein Musikstudio. 2002 kehrte er nach Norddeutschland zurück, wo er fortan zu den namhaftesten Portrait- und Pop-Art- Künstlern Deutschlands zählte. Seine Ausstellungen im In-und Ausland waren immer visuelle und musikalische Happenings. Der Stil seiner Werke reicht vom Fotorealismus bis zum Abstrakten – er blieb aber immer Pop Art.

So auch sein Kalender „Legends of the World 2018“, den er am 23. September vorgestellt hatte, jenem Tag, an dem er seine Galerie Kunstblick an der Wrangelstraße 12 schloss und in Privaträume verlegte – mit einer Gemälde-Schau, einem Auftritt der Band „Old Sox“ und 60 Gästen. Damals schauten Astrid und Kurt Schulzke optimistisch in die Zukunft. „Wir machen weiter“, sagte Kusch. Doch das ist ihm nicht mehr vergönnt.

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