Asylbewerber : Mahnwache: Protest gegen zu lange Asylverfahren

Mit Schildern und in Decken gehüllt halten die Asylbewerber Mahnwache.
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Mit Schildern und in Decken gehüllt halten die Asylbewerber Mahnwache.

Vor der Flüchtlingsaufnahme stehen wieder Asylbewerber aus dem Umland / Protest gegen monatelanges Warten auf Entscheidungen

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20. Februar 2015, 08:00 Uhr

Neumünster | Viele Autofahrer und Fußgänger sehen sie jetzt wieder vor der Flüchtlingsaufnahmestelle am Haart: Etwa zehn syrische Asylbewerber halten Mahnwache, um gegen ihr monatelanges Warten auf eine Entscheidung ihrer Asylanträge zu demonstrieren. Sie stehen dort auch nachts und wechseln sich ab. Das Landesamt für Ausländerangelegenheiten weiß von den Demonstranten vor der Tür, hat aber inhaltlich nichts damit zu tun, erklärt Leiter Ulf Döhring: Die Anträge werden vom Bundesamt entschieden. Die Syrer leben in benachbarten Landkreisen und kommen für ihre Demo hierher. Polizei-Sprecher Sönke Hinrichs sieht die Lage „völlig unproblematisch“, Döhring auch: „Die Leute sind sehr höflich und friedlich. Sie können bei uns aufs WC gehen oder etwas essen. Menschlich ist es nachvollziehbar, dass sie ein schnelleres Verfahren wünschen.“ Die Gadelanderin Lina Hauptmann (34) kam auf englisch mit ihnen ins Gespräch: „Die warten schon bis zu sechs Monate und waren total aufgeschlossen beim Gespräch. Sie trauen sich aufgrund der Sprachbarrieren nur nicht, an die Öffentlichkeit zu gehen.“

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