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Neue Skulptur : Mahnmal und Hoffnungsträger zugleich

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Minderjährige Flüchtlinge erschufen die Skulptur „Unser Glückswächter“, die mit viel Prominenz auf dem Großflecken enthüllt wurde.

shz.de von
erstellt am 05.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Neumünster | Sie heißen Ali, Sahel, Mohammad oder Mustafa. Einige wollen ihren Vornamen gar nicht erst preisgeben, denn ihr Asylverfahren läuft noch. Die zwölf Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren kommen aus den Krisenregionen dieser Welt, aus Afghanistan, Syrien, dem Irak oder Pakistan. Für ein Foto aber stellen sie sich dann doch neben ihr Kunstwerk. Innerhalb von zwei Wochen erschufen die minderjährigen und unbegleiteten Flüchtlinge die Skulptur „Unser Glückswächter“. Sie wurde gestern feierlich auf dem Großflecken vor der Alten Postpassage mit viel Prominenz enthüllt.

„Sprache hat viele Ausdrucksformen – Sprache und Skulptur“: So hieß der Kursus, den die Volkshochschule in Zusammenarbeit mit der Herbert-Gerisch-Stiftung und der Iuvo Wohnbetreuung speziell für die Flüchtlinge anbot. Er war Teil des bundesweiten Projektes Talent-Campus des Deutschen Volkshochschul-Verbandes. Neben der gezielten Sprachförderung stand die Kreativität im Mittelpunkt. Gemeinsam mit dem Künstler Wilhelm Bühse errichteten die zwölf Jugendlichen eine 2,52 Meter hohe, 2,32 Meter breite und 1,8 Tonnen schwere engelsgleiche Statue aus Beton. Sie soll das Glück verkörpern, das die Jugendlichen trotz ihrer Flucht hatten.

„Sie haben viel Leid erfahren, doch Sie sind nun in Sicherheit. Die Skulptur ist eine gewaltige Leistung, mit der Sie ihre Ideen, Wünsche und Gefühle zum Ausdruck gebracht haben“, lobte Landtags-Vizepräsident Bernd Heinemann (SPD) die Arbeit. Ähnlich äußerten sich auch Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek und Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras. „Der Betrachter wird Teil des Glücks“, meinte der Verwaltungschef. Norbert Scharbach, Leiter der Abteilung für Ausländer- und Integrationsangelegenheiten beim Innenministerium, sagte, die Vermittlung der deutschen Sprache an die Flüchtlinge sei das eine. „Aber auch in der Kunst kann man sich ausdrücken – und das ist Ihnen sehr gut gelungen.“ Scharbach mahnte, das Landesamt für Ausländerangelegenheiten am Haart bräuchte als Erstaufnahme-Unterkunft des Landes wegen der vielen Krisenherde und der steigenden Zahl an Flüchtlingen mehr Kapazitäten.

Als letzter Redner dankte Wilhelm Bühse den Sponsoren, die die Skulptur auf den Großflecken beförderten und dort verankerten. Vier bis sechs Wochen soll sie nun vor der Alten Postpassage stehen. Wo sie dann hinkommt, ist noch unklar.

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