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Schultheaterfestival : Märchenhaftes auf Deutsch gemeistert

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

14 Vicelinschüler der Daz-Klasse standen erstmalig auf der Bühne und spielten das Stück „Der verschwundene Prinz“.

Neumünster | „Prinzessin, guck nach vorne, und wenn das Licht angeht, müssen alle zurücktreten“: Noch kurz bevor es losging, gab es die letzten Regieanweisungen von Theaterpädagogin Nadeshda Gerdt und Verena Jöhnk, Lehrerin der Deutsch-als-Fremdsprache-Klasse (Daz) an der Vicelinschule. Alle jungen Akteure fieberten ihrem großen Auftritt entgegen – 14 Schüler, die teilweise erst seit ein paar Monaten Deutsch lernen, spielten zum Auftakt des Schultheater-Festivals das Märchen „Der verschwundene Prinz“ auf großer Bühne im Theater in der Stadthalle.

„Es gibt viel Aufregung und Lampenfieber, es ist für alle das erste Mal, in einer fremden Sprache ein Stück zu spielen. Also dürft Ihr lachen, wenn etwas witzig ist, aber dann bitte still und leise zuhören, könnt Ihr das versprechen?“, fragte Sünne Höhn vom Kulturbüro. Ein hundertfaches „Jaaa“ war die Antwort. Dann legte die Daz-Klassen-Schüler los: Im Märchenland herrscht große Aufregung – denn der Prinz ist verschwunden. Der ganze Hofstaat sucht vergeblich. Die Königin (Pamela) macht sich große Sorgen. Der letzte Ausweg: Der Zauberer (Bozo) muss mit einem Zauberspruch zwei Kinder aus der realen Welt holen, die den Prinz finden sollen. Und so landen Jana (Eva) und Alex (Nikola) im Märchenland.

Alle lauschten gespannt – mit Akzent und manchmal etwas verschluckten Silben, aber gut verständlich gingen Jana und Alex mit dem Hofstaat auf die Suche, begegneten Hänsel und Gretel und fanden den Prinzen (Angelo). Der flüchtete vor dem Trubel am Hof, weil er es leid war, auf Schritt und Tritt umsorgt zu werden.

Szenenapplaus erntete Lex, als er bei der Begegnung meinte, dass er der „Kaiser von China“ sei oder als er den Märchenfiguren erklärt, was ein Handy ist – das junge Publikum kicherte. Nachdenklich mahnte Jana den Prinzen: „Ohne Prinz gibt es keine Märchen in der realen Welt, dann sind die Kinder dort sehr traurig.“ Der Prinz sah das ein – und kehrte an den Hof zurück.

„Wir haben neun Wochen geprobt, einige können kaum Deutsch, die Kinder haben einen unterschiedlichen Wissensstand“, sagte Lehrerin Verena Jöhnk. Die Kinder hätten ein Jahr das Recht, in einer Daz-Klasse unterrichtet zu werden: „Wie weit sie kommen, hängt auch von den Eltern ab, ob diese einen Deutschkursus besuchen oder zu Hause Deutsch sprechen.“

Zum Finale setzte es prasselnden Beifall und „Bravo“-Rufe. „Das war ganz bezaubernd, das gibt den Kindern Selbstbewusstsein“, freute sich dei Leiterin des Kulturbüro Johanna Göb.

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