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NBN zeigt „Tussi-Park“ : Männerkritik mit Augenzwinkern

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Premiere „Tussi-Park“ der Niederdeutschen Bühne begeisterte 142 Besucher.

Neumünster | Mit der Karaoke-Komödie „Tussi-Park – Hangover meets Sex and the City“ zeigte die Niederdeutsche Bühne (NBN) am Freitagabend auf der Studiobühne an der Klosterstraße ein modernes und lustiges Stück auf Plattdeutsch. Die Premiere war mit 142 Zuschauern gut besucht, als Ehrengäste eingeladen waren Kirsten Eickhoff-Weber (SPD) sowie Giulia Claußen, die amtierende Miss Schleswig-Holstein.

Frank Juds, Vize-Leiter der NBN, erklärte, dass die Schauspieler auch als Sänger auf der Bühne stehen: „Es wird live gesungen, das ist eine ganz andere Art als das klassische plattdeutsche Theater.“ Das komplette Stück spielte in einem Parkhaus eines Einkaufszentrums, in dem sich vier Frauen durch Zufall treffen: Die Hausfrau Grit (gespielt von Anna Lena Graff), die soeben arbeitslos gewordene Jennifer (Sophie Rönnau), die harsche Geschäftsfrau Pascaline (Franziska Hauptmann) und Wanda (Nele Larsen), deren Hochzeit geplatzt ist. Nach und nach erzählen sich die Frauen von ihren Ehemännern und Bekanntschaften, wobei sie mit steigendem Alkoholpegel immer mehr an ihnen auszusetzen haben. Pascaline erzählt über ihren Ehemann: „Der geht nirgendwohin, höchstens in Rente.“

Zwischen den Szenen sangen die vier Schauspielerinnen sowie der einzige Mann, der mitspielte (Andreas Menke), Lieder wie „Männer muss man loben“ von Barbara Schöneberger und „Dancing Queen“ von Abba. Dafür erhielten sie Szenenapplaus vom Publikum. Aus den vier fremden Frauen sind am Ende des Zweiakters Freundinnen geworden, die die Gruppe Tussi-Park gründen. Die Hausfrau Grit singt am Morgen nach der durchgemachten Nacht im Parkhaus: „It’s hard to be a woman.“ Das Eingeständnis an die Männer kommt erst am Ende des Stücks, ist dafür aber umso schöner: „Eigentlich wollen wir auch keinen perfekten Mann, sondern unseren eigenen, an dem wir herummäkeln können“, gibt Pascaline zu. Zum Schluss gab es lauten Applaus.

Frank Juds von der NBN zeigte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf der Premiere: „Dieses moderne Theater war ein Experiment, und das ist geglückt.“ Das fanden auch die Zuschauerinnen Ingeborg Fritze-Stock (92) aus Einfeld und Traude Clasen-Schulz (91) aus Brachenfeld. „Die Schauspieler haben toll gespielt, und es war lustig“, lobte Ingeborg Fritze-Stock. Trotzdem hatten beide einen Kritikpunkt: „Teilweise waren die Schauspieler schwer zu verstehen.“ Ditmar und Frauke Wiese lobten das Engagement der Schauspieler: „Ich finde toll, wie die aus sich herauskommen. Sie können ruhig mehr auf den Männern herumhacken, das können wir ab“, sagte Ditmar Wiese schmunzelnd.

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