Mädchen-Musikzug : Mädchen machten Musik fürs Herz

Mit roten Herz-Luftballons war die Bühne passend zum Motto „Concerto D’Amore“ der 28. Musikarena des Mädchen-Musikzuges geschmückt.
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Mit roten Herz-Luftballons war die Bühne passend zum Motto „Concerto D’Amore“ der 28. Musikarena des Mädchen-Musikzuges geschmückt.

1000 Zuschauer erlebten am Wochenende die 28. Musikarena, die in Gedenken an das Attentat auf „Charlie Hebdo“ stattfand. Patricia Stein wurde für 850 Einsätze geehrt.

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12. Januar 2015, 06:15 Uhr

Neumünster | Beim Thema Liebe denkt jeder an Paris – als der Mädchen-Musikzug seine 28. Musikarena unter dem Motto „Concerto D’Amore“ plante, ahnte niemand etwas von den schrecklichen Vorfällen um das Satiremagazin „Charlie Hebdo“. „Wir machen eine Verbeugung vor Paris und bringen ein Charlie-Schloss an. Das ist unsere Botschaft an Paris“, sagte Moderator Carsten Kock mit Blick auf ein weißes Brückengeländer, an dem Liebesschlösser hingen. Dann wurde bei der 28. Musikarena das Theater der Stadthalle zur Prachtallee Champs-Elysées, und 1000 Zuschauer erlebten in drei Vorstellungen eine Mischung aus verträumten bis fröhlichen Melodien in bombastisch schönem Sound.

Mit strahlenden Trompeten eröffneten die 41 Mädchen, die sich alle schick in Schale geworfen hatten und so auch eine Ohr- und Augenweide waren, mit der Titelmelodie den Abend im Zeichen der Liebe. Beim „The Prayer“ spielten Wolos-Tochter Lena (Trompete) und ihre Mutter Brigitta (Waldhorn) andächtig im Dialog – auch dieses Stück vermittelte Innehalten für die Paris-Opfer. Dazwischen würzte das Orchester schwungvolle Songs wie „Careless Whisper“ von Wham oder den rhythmischen „Djembe Funk“, bei der Eliza Gülzow als weiße Afrikanerin rasant trommelte. Detlef Emmerlich gab bei „Two Worlds“ als Tarzan Bussis oder zupfte mit King Kong am Dirigenten. Mit Füßetrampeln und Pfiffen feierte das Publikum die Wasbeker Musicalsängerin Tina Patten, die betörend und glockenhell „Gold von den Sternen“ aus „Mozart“ sang.

In memoriam eines großen Musikers: Dirigent Hans-Georg Wolos ist ein großer Udo-Jürgens-Fan. Sichtlich bewegt sang Wolos „17 Jahr, blondes Haar“, „Ehrenwertes Haus“ und „Griechischer Wein“. Emotionaler Höhepunkt: Das Duett „I can, I will“ mit Tina Patten („you are my daily sunshine“), nach dem sich der Dirigent verstohlen eine Träne aus dem Auge wischte.

Eine Musikerin schrieb Orchestergeschichte: Patricia Stein (Saxofon) wurde für 850 Einsätze geehrt. „Das gab es noch nie“, sagte MMN-Geschäftsführerin Gerlinde Gullert gerührt und knuddelte die 30-Jährige. „Ich liebe einfach die Musik“, sagte die Musiklehrerin, die, obwohl sie bereits Mutti ist, im Orchester weiter mitspielen darf (Üblicherweise scheiden Musikerinnen aus, wenn sie nicht mehr „Mädchen“ sind.). Das Publikum ehrte Patricia Stein mit stehendem Beifall, Füßetrampeln und Pfiffen.

Riesenapplaus erntete auch das Orchester im finalen Teil, in dem Tina Patten Helene-Fischer-Titel zelebrierte („Ich will alles oder gar nichts“, „Atemlos“).

„Das hat mir so viel gegeben, es war traumhaft, dieser Abend ist ein Geschenk für mich“, bedankte sich Zuhörerin Rita Howe (73) aus Tungendorf nach dem Konzert bei der Sängerin. Am Sonnabendabend vergnügten sich anschließend 300 Gäste auf der Galanacht zur Tanzmusik der Band Hale-Bopp.

Traditionell gab es während der Veranstaltung auch Ehrungen: Virginie Emmerlich (Querflöte), Lena Catharina Wolos (Trompete), Jennifer Baas (Saxofon, alle 350 Einsätze), Britt Hennings (Klarinette, 250 Einsätze), Chantal Hoops (Tuba, 150 Einsätze.), Annika Baas (Saxofon), Alina Maibom (Querflöte, beide 100 Einsätze).

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