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Girls- und Boys-Day : Mädchen können auch Technik

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Girls-Day: Schülerinnen schnupperten in typische Männer-Berufe hinein / Bei Edeka ging es ins Hochregallager / Bei der Bahn wurde getüftelt

Neumünster | Der Raum war erfüllt vom leisen Surren der Minimotoren, auf den Tischen und auf den Boden sausten diverse „Robertas“ umher: Beim Girls-Day gestern im Berufsinformationszentrum (Biz) an der Brachenfelder Straße lernten 19 Mädchen im Alter von 10 bis 15 Jahren, wie man den Lego-Roboter zusammenbaut und mit einfachen Schritten programmiert. Der Girls Day ist eine bundesweite Aktion, bei der für eine klischeefreie Berufswahl geworben wird und Mädchen in viele Berufe hineinschnuppern können.

Mädchen und Technik, das geht nicht zusammen? Weit gefehlt. Begleitet wurden die Mädchen im Biz von Gerhard Waller, Professor für Physik und erneuerbare Energie an der FH Kiel (Fachbereich Elektrotechnik) und seiner Studentin Lisa Schäfer. Es war die erste Kooperation der Agentur für Arbeit mit der FH Kiel bei dieser Aktion. „Roberta wurde vor 17 Jahren im Fraunhofer-Institut entwickelt, um Mädchen an Technik heranzuführen. 2009 haben wir damit angefangen und sind seit 2012 Roberta-Zentrum. Wir haben seitdem über 100 Lehrer ausgebildet und Schulen mit dem Roboter ausgestattet“, erklärte Waller. Jährlich gibt es zwei so genannte Enrichment-Kurse; dieses Jahr sind es sogar drei. „Es war zunächst schwierig, Mädchen dafür zu begeistern. Mädchen haben Angst, ob sie das mit der Technik auch schaffen. Außerdem gibt es zu wenige weibliche Protagonisten, auch im Fernsehen. Und die Klischees sind in den Köpfen immer noch stark vorhanden“, so Waller.

Doch die Mädchen im Biz zeigten, was sie drauf hatten: „Sie haben alles ganz genau gemacht, akribisch. Das dauert zwar länger, aber alle Robertas funktionieren. Jungs bauen etwas lässiger zusammen, aber nicht immer funktioniert das“, war die Erfahrung von Waller. „Das war nicht schwierig, manchmal musste man etwas herumprobieren“, sagte Lina (13) von der Gemeinschaftsschule Nortorf. Ihre Mutter arbeitet bei der Agentur für Arbeit und hat sie auf den Girls-Day aufmerksam gemacht. Hannah (13) aus Schmalfeld findet Roboter schon immer sehr interessant: „Das war nur mittelmäßig schwierig.“ Beide finden Informatik als Berufsziel spannend. Am Ende fuhren die „Robertas“ einen Meter weit, im Quadrat oder spürten mit Hilfe eines Sensoren Hindernisse auf und umfuhren sie – ein Erfolgserlebnis für alle.

Auch bei Edeka Nord machten sich zwölf Mädchen und auch Jungen der fünften bis achten Klassen schlau über die vielen Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten. Sie erkundeten das Edeka-Gelände, besichtigten den Logistikstandort und lauschten informativen Kurzvorträgen über die verschiedenen Unternehmensbereiche, Abteilungen und deren Aufgabenfelder. Auszubildende stellten den Einkauf, die Unternehmenskommunikation, den IT-Bereich, die Marketing- und Personalabteilung sowie das Unternehmen vor. Staunend sahen die Schüler das riesige Hochregal-Lager, absolvierten einen Quiz und schnupperten in verschiedene Bereiche hinein – so wie Belin Sevim (13) und Nina Hartmann (12) aus Neumünster. Sie räumten so genannte C-Ware – zum Beispiel Töpfe und Pfannen – ein und fuhren dabei auf einem elektrobetriebenen Hubfahrzeug, das intern liebevoll „Ameise“ genannt wird.

Im DB-Ausbesserungswerk an der Kieler Straße lernten 21 Mädchen die Welt der Eisenbahnen kennen. In zwei Gruppen wurden sie von Bahn-Azubis durchs Werk geführt, sahen die verschiedenen Meistereien, durften auch mal in die Waggons hinein. Danach baute eine Gruppe in der Ausbildungswerkstatt Buchhalter, die andere Gruppe probierte das Klebeverfahren mit Schnellgießharz aus und staunte, wie kraftvoll dieses Harz Tasse und Unterteller zusammenhält. Das Fazit war positiv: „Wir kommen gerne wieder“, „interessant“ und „schön, was nach Hause nehmen zu können“, lauteten die begeisterten Kommentare.

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erstellt am 28.Apr.2017 | 12:00 Uhr

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