Verärgerte Anwohner : „Macht den Schleusberg wieder auf!“

Hier könnte die Sperre stehen:  Peer Mathesdorf möchte den Mühlenhof in Höhe der Schwalebrücke sperren lassen, um den Durchgangsverkehr aus der denkmalgeschützten Straße herauszuhalten. Die Anliegerstraße würde dann sowohl vom Kleinflecken als auch von der Schützenstraße aus zur Sackgasse.
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Hier könnte die Sperre stehen: Peer Mathesdorf möchte den Mühlenhof in Höhe der Schwalebrücke sperren lassen, um den Durchgangsverkehr aus der denkmalgeschützten Straße herauszuhalten. Die Anliegerstraße würde dann sowohl vom Kleinflecken als auch von der Schützenstraße aus zur Sackgasse.

Anlieger aus dem Mühlenhof und der Schützenstraße fordern mehr Schutz vor dem künftigen Verkehr von der Holsten-Galerie

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21. Juli 2015, 08:00 Uhr

Neumünster | Die Holsten-Galerie kommt, aber ist die Stadt auch auf den Besucherverkehr mit zusätzlich geschätzten rund 2000 Autos pro Tag wirklich vorbereitet? Anlieger aus dem Bereich rund um den Mühlenhof und die Schützenstraße haben da so ihre Zweifel. Sie fordern mehr Schutz vor dem erwarteten Besucherandrang und wollen das jetzt mit einer Unterschriftenaktion untermauern.

„Ich habe nichts gegen die Galerie“, unterstreicht Peer Mathesdorf, der bereits in der jüngsten Stadtteilbeiratssitzung Stadtmitte durch seine drastischen Forderungen für Unruhe gesorgt hatte. Aber wenn der Einkaufspalast eröffnet sei, werde sich ein Gutteil des Verkehrs seinen Weg durch das Wohnviertel südlich des Kleinfleckens suchen, um nach Süden abzufahren, befürchtet der Anlieger am Mühlenhof. Das Verkehrsaufkommen werde sich schlagartig erhöhen, mehr Unruhe und Staus ins Quartier bringen und die Unfallgefahren vervielfachen, befürchtet der Vater von drei schulpflichtigen Kinder. Die Stadt müsse etwas dagegen tun.

Der Vorschlag des Mühlenhof-Anliegers: „Macht den Schleusberg Richtung Ring wieder auf, dann könnte der nach Süden drängende Verkehr auch zügig den Ring erreichen, ohne sich durch enge Gassen und Wohnviertel quälen zu müssen.“

Um auch Ortskundigen die Schleichwege zu verleiden, möchte Mathesdorf zusätzlich den Mühlenhof etwa in Höhe der Schwalebrücke sperren lassen und den Mühlenhof so von zwei Seiten zu einer ruhigen Sackgasse machen. „Das käme auch der Sicherheit der Mühlenhof-Schüler zugute“, erklärt Mathesdorf seine Idee.

Einen Mitstreiter hat er in Dr. Hanns-Ulrich Hermann gewonnen. Der Mediziner mit eigener Praxis an der Schützenstraße kämpft seit Jahren für eine Verkehrsberuhigung vor seiner Haustür. Die Debatte um die Verkehrsberuhigung des Großfleckens sei in der Vergangenheit stets auf dem Rücken der Schützenstraßen-Anlieger ausgetragen worden, sagt er. Die Straße gelte den Verkehrsplanern offenbar als natürliche Umleitung für den Großflecken – trotz der nicht nur für Lastwagen „viel zu engen Kurve“ Schleusberg/Schützenstraße. Durch den Abzug der Feuerwehrzentrale von der Wittorfer Straße biete sich der Stadt jetzt die große Chance, die chronisch überlastete Schützenstraße endlich zu beruhigen, wirbt auch Hermann für die Idee der Schleusberg-Öffnung. Die Schützenstraße sollte dann nur noch für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zulässig sein, die Tempo-30-Zone auch durchgesetzt werden, fordert Hermann.

Stadtplaner Michael Köwer lehnte die Öffnung des Schleusbergs für den stadtauswärts rollenden Verkehr gestern erneut ab: „Wir haben das bereits im Zusammenhang mit dem Ausbau der Wasbeker Straße überprüft. Die Ausfahrt würde eine zusätzliche Ampelphase für den auf den Ring mündenden Verkehr bedeuten, die Kreuzung wird zu kompliziert und ist dann nur noch schwer in die Grüne Welle des Rings zu integrieren“, argumentiert Verkehrsplaner Köwer.

Auch die Befürchtungen, dass der Verkehr von der Holsten-Galerie seinen Weg über den Mühlenhof oder die Schützenstraße suchen wird, teilt Michael Köwer nicht: „Der für Autofahrer wesentlich bequemere Weg führt über Fabrikstraße und Wasbeker Straße. Warum sollten sich Autofahrer da durch den engen Mühlenhof drängen?“

Die Stadtverwaltung will die Verkehrsflüsse nach dem Start der Holsten-Galerie aber sehr genau im Auge behalten und gegebenenfalls nachsteuern, verspricht Köwer. Dr. Hanns-Ulrich Hermann und Peer Mathesdorf reicht das nicht: Sie wollen nach den Ferien die ersten Unterschriften sammeln.

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