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Interkulturelle Woche : Lustige Anmerkungen zum Verhältnis von Deutschen und Türken

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Buchautor und Satiriker Osman Engin nimmt die Macken beider Völker aufs Korn

shz.de von
erstellt am 28.Sep.2015 | 08:30 Uhr

Neumünster | Die Türken und die Deutschen kommen sich immer näher, davon ist der Bremer Schriftsteller Osman Engin überzeugt: „Die Deutschen werden immer schrulliger und die Türken immer korrekter“, sagte er bei seiner Lesung am Freitagabend vor 30 schmunzelnden Gästen im Bildungszentrum Vicelinviertel an der Kieler Straße. Das Organisationsteam der Interkulturellen Woche hatte eingeladen.

Bevor er aber mit seinen satirischen Kurzgeschichten über die deutsch-türkischen Beziehungen begann, gab es ein gemeinsames Essen, eine türkische Gemüsesuppe aus der Heimat von Engin. 1973 kam er nach Deutschland und begann hier unmittelbar mit dem Schreiben. Inzwischen sind es 15 Romane und Satire-Bände mit so spektakulären Titeln wie „Tote essen keinen Döner“ oder „Kanaken-Gandhi“. Isil Kiroglu, die mit acht Büchern ankam, um sie von Engin signieren zu lassen, erzählte, dass die ganze Familie die Bücher des Bremers kenne.

Auch die deutsche Sprache und ihre Fallstricke war Gegenstand der Lesung: „Der Herr Duden, der sich die deutschen Artikel ausgedacht hat, hat ganze Generationen ins Unglück gestürzt“, meinte Engin. Sie seien für einen Ausländer auch nicht nachvollziehbar: „Was ist an einer Gurke schon weiblich?” Dass das Wort Beschimpfung weiblich sei, habe er aber sofort verstanden. „Das kenn’ ich von zu Hause“, meinte er. Herrlich skurril waren seine Geschiochten etwa über die Hürden, einen deutschen Pass zu erhalten, oder seine Beschreibung, wie er unabsichtlich in eine Pegida-Demo geriet und prompt festgenommen wurde. Bei dieser Geschichte gab er zu, sie sich nur ausgedacht zu haben. „Aber insgesamt sind meine Geschichten aus dem Leben gegriffen. Ich schreibe über das Leben“, sagte Osman Engin.

Die Zuhörer hatten mit ihm einen vergnüglichen Abend und konnten ab und an in den Spiegel ihrer eigenen deutsch-türkischen Beziehungen sehen. Osman Engin erhielt mehrere Preise und moderiert bei Radio Bremen eine eigene Sendung.


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