An der A7 bei Neumünster Nord : Logistikzentrum für den Eichhof?

Wer siedelt sich auf der Fläche mit dem Fragezeichen an? Das ist noch offen, doch die Entscheidung soll bald fallen.
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Wer siedelt sich auf der Fläche mit dem Fragezeichen an? Das ist noch offen, doch die Entscheidung soll bald fallen.

Gespräch mit Investor vor dem Abschluss / Oberbürgermeister will Kaufvertrag schon Ende März dem Rat vorlegen

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06. März 2018, 08:00 Uhr

Neumünster | Nun könnte alles ganz schnell gehen. Bereits zur Ratsversammlung am 27. März will Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras einen Kaufvertrag für das „Filetstück“ im Gewerbegebiet Eichhof an der A7 vorlegen – sofern die Verhandlungen in diesen Tagen positiv zum Abschluss kommen.

Knapp 24 Hektar umfasst das Gebiet zwischen dem Autobahnzubringer und Neuenbrook, es ist das größte zusammenhängende Gebiet des Gewerbeparks. Ein „großes und angesehenes Unternehmen“ möchte dort sein Logistiklager errichten, teilt Tauras mit. Mit dem Namen rückt er noch nicht raus. Nach Courier-Informationen soll es eine Firma sein, die bereits in Neumünster ansässig ist.

Allein der Grundstücksverkauf würde einen Millionenbetrag in die Stadtkasse spülen. Der Verwaltungschef hofft zudem auf viele neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Der Logistikzweig sei heute eine hochspezialisierte und sehr begehrte Branche, sagen Experten. Und weitere „zielorientierte Gespräche“ mit Interessenten auch der kleineren Flächen im Eichhofpark laufen, ist aus dem Rathaus zu erfahren. Im Internet werden zumindest drei weitere Flächen mit einer Größe zwischen zwei und drei Hektar ausgewiesen.

Für die Kommunalpolitik ist klar, dass Tauras nach der Pleite mit Log4Real Ende 2016 nun genau hinschaut. „Wenn er uns was auf den Tisch legt, wird das auf Herz und Nieren geprüft sein“, mutmaßt ein Ratsmitglied auf Nachfrage. Der Düsseldorfer Projektentwickler wollte ursprünglich 450 Arbeitsplätze in einem 55 Millionen Euro teuren Logistikcenter schaffen. Dafür hatte der Rat im November 2016 grünes Licht gegeben. Wenig später platzte der Deal allerdings, weil Tauras feststellte, dass mehrere Absichtserklärungen künftiger Mieter gefälscht waren (der Courier berichtete). So einen Fauxpas soll es diesmal nicht wieder geben.

Auch an anderer Stelle in Neumünster geht es nach Courier-Recherchen voran. So laufen die Vorbereitungen für die Ansiedlung der Firma Nuuvera im Industriegebiet Süd auf Hochtouren. Der deutsche Ableger des kanadischen Unternehmens baut in Bad Bramstedt ein Hochsicherheitslager für Cannabis zu medizinischen Zwecken. In Neumünster ist ein weiterer Standort nicht ausgeschlossen, an dem die Cannabis-Pflanzen angebaut werden (der Courier berichtete). Nuuvera hat sich für ein entsprechendes Los beworben. „Das Ausschreibungsverfahren ist allerdings noch nicht abgeschlossen“, sagt Maik Pommer, Pressesprecher beim zuständigen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Wann dies der Fall sein wird, stehe noch nicht abschließend fest, so Pommer weiter.

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