Gründerzentrum : Log-In wird zum schweren Erbe der Stadt

Das Gründerzentrum Log-In an der Memellandstraße ist schlecht ausgelastet. Die Stadt erwägt einen   Verkauf des Gebäudes.
Das Gründerzentrum Log-In an der Memellandstraße ist schlecht ausgelastet. Die Stadt erwägt einen Verkauf des Gebäudes.

Ein Verkauf des Gründerzentrums lohnt offenbar nicht. Der Verkehrswert liegt unter den voraussichtlichen Rückforderungen.

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10. Juli 2014, 05:00 Uhr

Neumünster | Das Logistik- und Innovationszentrum Log-In an der Memellandstraße droht immer mehr zu einer finanziellen Belastung für die Stadt zu werden. Jetzt stellte sich in der Ratsversammlung heraus: Selbst ein Verkauf des 2003 eröffneten Gründerzentrums würde der Stadtkasse unter dem Strich (zunächst) Verluste einbringen.

Das einst als Leuchtturmprojekt gepriesene Gründerzentrum leidet bereits seit Jahren unter schwerem Mietermangel. Nach den Spielregeln sollten in dem Zentrum junge, innovative Unternehmen groß werden. Die Idee: Nach einer maximalen Mietdauer von fünf Jahren (zu günstigen Konditionen) würden die Firmen ausgelagert, um im Umfeld des Zentrums neue Arbeitsplätze in zukunftsträchtigen Branchen zu schaffen. Lange Zeit wurden dafür im Park neben dem Log-In sogar eigens Bauflächen bereitgehalten.

Nach einem anfänglichen Boom in den ersten Jahren zog es zuletzt trotz der günstigen Mietkonditionen allerdings immer weniger Gründer ins Log-In. Es gab Leerstände von bis zu 50 Prozent. Im April gab es daher erstmals Bestrebungen in der Ratsversammlung, die Regeln für das Zentrum zu lockern, um etwa neben Gründern auch andere Unternehmen als reguläre Mieter zuzulassen. Auch der Verkauf des Log-In wurde erstmals nicht mehr ausgeschlossen.

Das ist allerdings nicht so einfach: Weil die Investitionsbank das Projekt seinerzeit maßgeblich unterstützt hat, werden bei einem Verkauf sofort Rückforderungen fällig – nach Auskunft der Stadt derzeit etwa 2,7 Millionen Euro. Den Verkehrswert der Immobilie gibt ein Wertgutachten der Stadt mit aktuell 2,6 Millionen Euro an. Ein Verkauf zum Verkehrswert brächte zunächst also einen Verlust von rund 100 000 Euro.

Offen blieb in der Ratsversammlung allerdings, welche Folgekosten sich die Stadt bei einem Verkauf sparen könnte. Auch Angaben darüber, in wieweit die Stadt bei der Vermietung des Gebäudes von der ursprünglichen Zweckbestimmung abweichen darf, ohne dabei Rückforderungen des Landes auszulösen, blieben eher vage.

SPD-Fraktionschef Uwe Döring kritisierte daher die von der Stadtverwaltung eingeholten Informationen als unzureichend für eine sachgerechte Entscheidung: „Wir sehen noch viele offene Fragen!“

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