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Holsteinischer Courier

17. Dezember 2017 | 13:07 Uhr

Auszeichnung : Lob für den Gefangenen-Helfer

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Dirk Kleinschmidt erhielt gestern die Ehrennadel des Landes von Ministerpräsident Torsten Albig in Kiel

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2014 | 06:30 Uhr

Seit über zwölf Jahren schon geht Dirk Kleinschmidt (57) regelmäßig ins Gefängnis – freiwillig. So lange engagiert sich der Verwaltungsbeamte aus Tungendorf bereits in der Straffälligenhilfe. Er besucht die Gefangenen, hört ihnen zu, begleitet sie während der Haft und bereitet sie auf ein Leben nach der Entlassung vor. Als Anerkennung für dieses Ehrenamt überreichte ihm Ministerpräsident Torsten Albig gestern Nachmittag in Kiel die Ehrennadel des Landes. Der 15 Millimeter große Anstecker aus Silber in Form des Landeswappens wird seit 1982 vom Land an ehrenamtlich Tätige für „außergewöhnlich selbstständige Leistungen“ verliehen.

Kleinschmidt war einer der ersten Straffälligenhelfer der Stadtmission Kiel in Neumünster und leitet seitdem eine Gesprächsgruppe in der Justizvollzugsanstalt an der Boostedter Straße. Er bringt für die Menschen hinter Gittern ein Stück Normalität von außen, ist ein neutraler und unabhängiger Berater. „Die Hilfe für den Täter ist gleichzeitig Opferschutz“, sagt er. Wer sozialisiert werde, stelle nach der Entlassung in der Regel nichts mehr an. „Mein Ziel ist es, die Menschen wieder auf die richtige Bahn zu lenken, damit sie nie wieder straffällig werden.“

Anfangs kam ihm die Aufgabe exotisch vor, mittlerweile ist der Ablauf Routine. „Ich mache das immer noch sehr gerne und werde mich die nächsten Jahre weiter engagieren“, sagte Kleinschmidt gestern zum Courier. Über die Auszeichnung freue er sich sehr, er nehme sie stellvertretend auch für die anderen Straffälligenhelfer entgegen.

Über eine Zeitungsannonce kam er an diese besondere Freizeitbeschäftigung. „Ich wollte mich in die Gesellschaft einbringen, auch was zurückgeben“, lautet seine Begründung. Seit 2006 leitet Kleinschmidt als ausgebildete Suchtpräventionskraft zusätzlich die Selbsthilfegruppe „Young Generation“ für jugendliche Suchtgefährdete mit einem Alkohol- oder Drogenproblem. „Da bringe ich junge Leute gleich auf den richtigen Weg“, sagt er. Durch Vorträge, Gesprächsrunden und Projektarbeiten in Schulen, Krankenhäusern und Kirchengemeinden leistet er außerdem einen Beitrag zur Sucht- und Gewaltprävention.

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